Gewinnbeteiligung sinkt, Prämien steigen

31. Jänner 2002, 20:07
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Neuer Uniqa-Chef Klien präsentiert Konzept

Wien - Nach eineinhalb Jahren Pause ist er wieder die Nummer eins: Konstantin Klein (51), bis zum Sommer 2000 AXA-Österreich Chef und seither designierten Nachfolger von Uniqa-Chef Herbert Schimetschek hat seinen Vorgänger mit Jahresbeginn beerbt.

Bei seiner ersten Pressekonferenz am Donnerstag waren Klien zwei Sachen wichtig: Die Kostenreduktion voranzutreiben und den Auslandsanteil bis 2005 von derzeit zehn auf 15 Prozent zu verbessern. Aufhorchen ließ er mit der Ankündigung, die Gewinnbeteiligung von derzeit um die 6,25 Prozent auf "fünfkomma" zu senken und die Prämien anzuheben. Angehoben werden wegen der wachsenden Zahl der Spitalsaufenthalte die Tarife für die Sonderklasse-Versicherten. Auch auf die Autofahrer kommen im Frühjahr wieder Prämienverteuerungen zu.

In der Uniqa-Gruppe stiegen die Prämien für die private Krankenversicherung seit Jahresbeginn im Schnitt um drei bis fünf Prozent. Nicht angehoben werde im Burgenland, in der Steiermark werde nach der Inflationsrate angepasst. Bei der Autoversicherung wird es sowohl die Kasko- als auch die Haftpflichtversicherung treffen. Der Grund: Zwischen 1996 und 2000 hat die heimische Versicherungswirtschaft die Preise deutlich mehr gesenkt als von den Kosten (steigende Mechanikerpreise und höhere Schäden) her zulässig gewesen wäre. Nun müssten die Prämien wieder auf ein verkraftbares Niveau steigen.

Der angestrebte Auslandsanteil von 15 Prozent könne aus eigener Kraft finanziert werden, sagte Klien. Sollte die zu Raiffeisen gehörende Versicherungsgruppe allerdings stärker wachsen, müsse externes Kapital herangezogen werden. An die Hereinnahme eines Partners sei aber nicht gedacht, zumal das Know-how in der Gruppe vorhanden sei.

Derzeit ist die Uniqa in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Italien, der Schweiz, Spanien und Liechtenstein tätig. Ungarn und Slowenien sind strategische Zielmärkte, wo sowohl Mehrheitsbeteiligungen als auch der Aufbau neuer Gesellschaften denkbar sind.

Im Vorjahr hat die Uniqa das Prämienaufkommen um 7,4 Prozent auf 2,7 Mrd. EURO gesteigert. (cr, Der Standard, Printausgabe, 10.02.02)

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