Stoiber gibt Startschuss zu Bundestags-Wahlkampf

31. Jänner 2002, 18:51
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CSU-Kandidat macht Kanzler Schröder für "miserable Bilanz" verantwortlich

Frankfurt am Main - Acht Monate vor der Bundestagswahl in Deutschland hat die oppositionelle Union (CDU/CSU) am Donnerstag mit einer Kundgebung in Frankfurt am Main ihren Wahlkampf eröffnet. Ihr Kanzlerkandidat Edmund Stoiber attackierte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) scharf und zeigte demonstrative Siegeszuversicht. Die rot-grüne Regierung habe keine Konzepte für die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen des Landes.

Der Kanzler sei verantwortlich für eine "miserable Bilanz" der Regierung. In Sachen Arbeitslosigkeit, Rezession, Neuverschuldung habe Schröder Deutschland auf den letzten Platz in Europa geführt. "Gerhard Schröder ist mit seiner ruhigen Hand gescheitert", sagte Stoiber nach dem vorab verteiltem Redemanuskript. Die Union habe eine wirkliche Chance zur Regierungsübernahme am 22. September: "Das ist das Signal von Frankfurt: CDU und CSU setzen auf Sieg."

Für den Fall einer Regierungsübernahme kündigte Stoiber einen grundlegenden Kurswechsel an. "Unsere Politik heißt weniger Staat, weniger Abgaben, mehr Netto für die Bürgerinnen und Bürger." Zu der von der Union angekündigten neuen Steuerreform machte er keine genaueren Angaben. "Wir wollen erreichen, dass die Menschen wieder stolz sein können auf das, was in diesem Land geleistet wird."

Der bayerische Ministerpräsident und die CDU-Chefin Angela Merkel wurden in der Veranstaltungshalle von 4.000 Teilnehmern begeistert empfangen. Merkel hatte vor drei Wochen zu Gunsten des CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten auf die Kanzlerkandidatur verzichtet.

Stoiber sagte, er werde Gemeinsam mit Merkel für den Erfolg der Union und die Zukunft Deutschlands kämpfen. Der Rückhalt des Bayern Stoiber bei den Anhängern der großen Schwesterpartei CDU gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Geschlossenheit der Union.(APA/dpa)

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