Welser Drogenaffäre: Monster-Prozess soll fortgesetzt werden

31. Jänner 2002, 18:40
posten

Hauptverdächtiger noch nicht an Österreich ausgeliefert

Wels - In der Monster-Drogenaffäre in Wels will die Justiz jetzt ihre Gerichtsverfahren gegen zahlreiche mutmaßliche Mitglieder eines groß angelegten Drogenringes trotz eines noch bestehenden Problems fortsetzen.

Hauptverdächtiger noch nicht an Österreich ausgeliefert

Der Hauptverdächtige in der Affäre ist nämlich im Vorjahr aus dem Gefängnis geflohen. Er wurde zwar in den Niederlanden gefasst, ist aber noch immer nicht an Österreich ausgeliefert worden. Dadurch waren die Verfahren ins Stocken geraten. Nunmehr ist aber in dem bereits begonnenen ersten Prozess ein neuerlicher Verhandlungstermin festgesetzt worden. Auch für Beginn einen zweiten Prozesses gibt es nun einen Termin, wurde am Donnerstag bekannt.

Drogen aus den Niederlanden nach Österreich geschmuggelt

Die Justiz hat die Abwicklung der Verfahren gegen die mutmaßlichen Drogendealer aus zeitlichen und organisatorischen Gründen in zwei "Pakete" geteilt. Der erste Prozess in diesem Fall begann im Juni. Damals saßen 31 Personen auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, seit 1995 Suchtgiftgeschäfte in großem Stil durchgeführt zu haben. Sie hätten Drogen aus den Niederlanden nach Österreich geschmuggelt und hier vor allem in der Wiener Rotlichtszene verkauft.

Übermittelter Akt sei verschwunden

Noch vor dem Prozessbeginn floh allerdings der Hauptverdächtige aus dem Gefangenenhaus in Wels. Er konnte in den Niederlanden gefasst werden. Die Auslieferung erfolgte jedoch bisher nicht. Zuletzt hieß es von den niederländischen Behörden, der ihnen übermittelte Akt sei verschwunden, man bemühe sich aber um rasche Abwicklung.

Fortsetztung

Das Gericht in Wels ist optimistisch und hat jetzt den 12. März zur Fortsetzung der Verhandlung festgesetzt. Denn die Aussagen des Geflohenen sind entscheidend für die Beurteilung der Taten seiner Mitangeklagten. Ohne seine Anwesenheit konnten bisher nur über neun Angeklagte Urteile gefällt werden: Ein Freispruch und acht Schuldsprüche mit Freiheitsstrafen zwischen zwei Monaten und vier Jahren unbedingt.

Mutmaßliche Mitglieder

Auch ohne den Hauptverdächtigen soll ein zweiter Prozess gegen 15 weitere mutmaßliche Mitglieder des Drogenringes am 14. Februar starten. Ihnen werden die Bildung einer kriminellen Organisation und diverse Suchtgift-Delikte vorgeworfen. Sie sollen insgesamt mehrere hundert Kilogramm Cannabis, mehr als ein Kilogramm Heroin, zwei Kilo Kokain und mehrere Kilogramm Opium aus den Niederlanden über Deutschland, beziehungsweise aus dem Iran über Italien nach Österreich geschmuggelt haben. Es soll für Abnehmer in Oberösterreich, Tirol und in Wien bestimmt gewesen sein.(APA)

Share if you care.