Spanien: Verbraucherzentrale kritisiert hohe Euro-Aufrundungen

31. Jänner 2002, 16:44
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Preise sind im Jänner um bis zu drei Prozent gestiegen

Madrid - In Spanien sind die Preise im Jänner 2002 um bis zu 3 Prozent gesteigen, gab die spanische Verbraucherzentrale in Madrid bekannt. Die spanische Verbraucherzentrale kritisierte, dass gerade die öffentliche Verwaltung ihre Preise mit 2,98 Prozent am meisten erhöht hat, während private Geschäfte ihre Preise nur um 1,33 Prozent im Zuge der Euro-Aufrundung aufgeschraubt haben.

Die staatlichen Museen haben ihre Eintrittspreise um 6,2 Prozent erhöht, ähnlich verhält sich der Preisanstieg bei Bus und Bahn. "Obwohl die spanische Regierung die Unternehmen aufgefordert hat, die Euro-Einführung nicht für eine übertriebene Preissteigerung zu missbrauchen, sind gerade die öffentlichen Unternehmen dieser Anweisung nicht gefolgt. Sie geben den privaten Unternehmen einen schlechten Weg vor", empörte sich Jose Maria Mugica, Sprecher der spanischen Verbraucherzentrale in Madrid.

Preisanstieg von bis zu 51,9 Prozent bei spanischer Post

Die Verbraucherzentrale registrierte bei der spanischen Post einen Preisanstieg von bis zu 51,9 Prozent. Briefe per Einschreiben wurden sogar um 99 Prozent teurer. Während ein Brief per Einschreiben vorher 155 Peseten kostete, verlangt die spanische Post heute umgerechnet 308 Peseten (1,85 Euro/25,5 S). Wer in Spanien ins Kino gehen will, muss heute rund 8,6 Prozent mehr bezahlen als vergangenen Jahr. Auch das Essen im Restaurant ist teurer geworden. Bis zu 7,9 Prozent mehr kostet nun ein Menü. Die Strompreise wurde sogar um 17 Prozent erhöht. Bäckereien haben ihre Preise sogar bis zu 23,7 Prozent angehoben.

Obwohl vom Nationalen Amt für Statistik (INE) erst ab Februar offizielle Zahlen für den Monat Jänner herausgegeben werden, beruft sich die Verbraucherzentrale auf Erhebungen der spanischen Regionalverwaltungen. Grund für die Teuerung sind neben der Euro-Aufrundung die gestiegenen Steuern, die seit Jahresbeginn für manche Produkte zu entrichten sind. Auf Benzin und Diesel werden zusätzlich 2,4 Cent (0,33 S) pro Liter erhoben, die Schachtel Zigaretten schlägt mit 1,8 Cent zu Buche, die Alkoholsteuer steigt im Schnitt um acht Prozent.

Trotz der Teuerung gingen die Spanier mit größerem Optimismus ins neue Jahr 2002 als 2001. Im Dezember beurteilten 34 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage des Erhebungsinstitutes für Soziologische Studien (CIS) die wirtschaftlichen Aussichten Spaniens als "gut" bis "sehr gut". Das waren sieben Prozentpunkte mehr als noch im Vormonat. Rund 38 Prozent gehen davon aus, dass ihre wirtschaftliche Situation und Lebensstandard sich 2002 verbessern dürfte. Laut der Studie, sei diese positive Grundhaltung trotz der wirtschaftlichen Krise mit der weiter schwach ausgeprägten Sparbereitschaft unter Spaniern zu erklären. So sparen rund 85 Prozent "wenig" bis "gar nicht". (APA)

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