Massenhaftes Fischsterben im Osten Afrikas

31. Jänner 2002, 15:56
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"Red Tide"-Massenblüte der Algen könnte vor Kenia und Somalia zur Katastrophe geführt haben - selbst Haie und Mantas betroffen

Nairobi/Wien- Seit einigen Tagen werden in Kenia und Somalia tote Fische, darunter auch große Arten wie Mantas und Haie, sowie Meeresschildkröten an Land gespült. Experten des WWF sind heute, Donnerstag, aufgebrochen, um dem rätselhaften Massensterben auf die Spur zu kommen. Rund 1.000 km Küstenlinie sollen bereits betroffen sein, hieß es heute in einer Aussendung der Umweltschützer. Als Ursache wurden schädliche Algen oder eine bakterielle Verseuchung vermutet.

Unerklärlich an dem Fischsterben sei laut WWF, dass es sich bei den verendeten Tieren nicht nur um boden- und küstennahe lebende Arten, wie Oktopus und Aale handelt, sondern auch um Hochseefische. Als eine Ursache wird derzeit eine rätselhafte sprunghafte Vermehrung toxischer Algen vermutet. Es handelt sich um die "Red Tide" genannte Massenblüte hochgiftiger Algen - die die Meeresoberfläche rotbraun färben. Im Normalfall komme sie aber nur nur bei warmen, ruhigem und nährstoffreichem Wasser vor. Die See vor Kenia sei derzeit aber rau und windig. Erste Tests hätten aber die Algen im Wasser bestätigt.

Möglich für das Fischsterben sei aber auch eine andere Quelle so der WWF. Eine bakterielle Verseuchung sei nicht auszuschließen. Ein derart großes Fischsterben sei in Ostafrika noch nie vorgekommen. Seit dem letzten Auftreten von El Ninjo im Jahr 1998 sei allerdings von zwei ähnlichen Fällen in Somalia berichtet worden, so der WWF. Allerdings hätten sie nicht diese Größe erreicht. (APA/AP)

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