Palästinensischer Chefunterhändler: Sharon will Arafat noch immer töten

31. Jänner 2002, 21:31
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Israelische Armee findet nahe Siedlung fünf Raketen-Abschussrampen

Gaza - Der palästinensische Minister für Kommunalverwaltung und Chefunterhändler Saeb Erekat hat dem israelischen Regierungschef Ariel Sharon vorgeworfen, Präsident Yasser Arafat töten zu wollen. Dies verdeutlichten Sharons jüngste Äußerungen, sagte Erekat in Gaza. Sharon hatte in einem Interview bedauert, dass Arafat während der israelischen Libanon-Invasion vor zwanzig Jahren nicht getötet worden sei.

Der vollständige Text des Interviews soll erst am Freitag veröffentlicht werden. Wörtlich sagte Sharon: "Im Libanon gab es eine Vereinbarung, Arafat nicht zu töten. Genau betrachtet bedaure ich es, dass wir ihn nicht liquidiert haben." Sharons Sprecher Raanan Gissin sagte dazu, Israel wolle Arafat heute nicht mehr beseitigen. "Israels Politik ist heute, ihn nicht persönlich zu verletzen".

Kleinraketen angeblich für größeren Angriff auf Siedlung bestimmt

Die israelische Armee hat unterdessen am Donnerstag nahe einer jüdischen Siedlung im südlichen Gaza-Streifen fünf Abschussrampen für selbstgebaute Kleinraketen des Typs "Kassam" gefunden. Israelische Medien berichteten, die Geräte seien mit Zeitzündern ausgestattet gewesen. Offenbar hätten militante Palästinenser einen größeren Angriff auf die Siedlung geplant.

Militante Palästinenser haben "Kassam"-Raketen, die über eine geringe Reichweite verfügen, vereinzelt gegen israelische Ziele im Gazastreifen eingesetzt. Nach israelischen Geheimdienstinformationen sind diese Waffen zuletzt auch ins Westjordanland geschmuggelt worden. Israel hat mit massiver Vergeltung gedroht, sollten israelische Städte, insbesondere Jerusalem, mit weiter entwickelten "Kassam"-Raketen beschossen werden.(APA)

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