"DVD-Hacker" im Kampf gegen den Kopierschutz

31. Jänner 2002, 14:04
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"Die Übermacht der Film- und Musik-Industrie engt immer mehr Menschen in ihrer persönlichen Freiheit ein"

Eric Corley, eine der zentralen Figuren im "DVD-Hacker"-Fall, kündigte an, auch in Zukunft gegen die Copyright-Bestimmungen kämpfen zu wollen, da diese immer mehr Menschen in ihrer persönlichen Freiheit unterdrücken würden. Corley der das bekannte Online-Hacker-Magazin "2600.com" leitet, war vor Gericht gestanden, da er den DCSS-Code (Decoding Content Scramble System) auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Dieser Code setzt Kopierschutzmechanismen außer Kraft und ermöglicht es so DVDs zu brennen.

Die Übermacht der Filmstudios

In der Gerichtsverhandlung wurde gegen Eric Corley entschieden. Die Veröffentlichung des DCSS-Codes war nach Meinung der Richter nicht legitim und auch nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Diese Entscheidung wurde als großer Sieg für die Filmstudios gewertet. Nun möchte Corley gemeinsam mit Gleichgesinnten gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA) vorgehen. Dieses umstrittenen Gesetz räumt nach Meinung der Gegner den Film-, Musik- und Software-Studios zu viel Kontrolle über digitales Material ein, und gewährt Usern auf Cyberspace-Ebene weniger Rechte als anderswo.

Immer mehr Probleme

Viele Anwender kommen mit dem DMCA in Konflikt und viele Streitfälle sind praktisch schon vorprogrammiert. Corley sieht sich durch die vielen Mails besorgter User bestärkt. Für Aufsehen sorgte auch der Fall des russischen eBook-Hackers Dmitry Sklyarov, der über sechs Monate in den USA inhaftiert war. Auch der Fall des Norwegers Jon Johansen der wegen seiner Mithilfe an der Entwicklung von DCSS immer wieder mit den Gesetzeshüter in Konflikt kommt, schockte die Hacker-Gemeinde. "Solche Fälle werden sich in Zukunft noch weiter häufen. Wir müssen gegen dagegen etwas unternehmen", so Corley in einem E-Mail.(red)

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