"Begehrlichkeiten sind groß"

31. Jänner 2002, 20:28
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Kanzler Schüssel äußert sich zum ORF-Poker - Kärntens Stiftungsrat droht mit Privatisierung

Eine Woche hat die neue ORF-Chefin Monika Lindner noch Zeit, mit Politik und Stiftungsräten um ihr Führungsteam zu pokern. Die FPÖ erhöht derzeit wie berichtet den Druck für mehr Blau in der obersten ORF-Etage. Nun stellt der vom Land Kärnten entsandte Vorsitzende des ORF-Stiftungsrates offenbar eine Rute ins Fenster: Gebühren auch für Private, greift Klaus Pekarek einen STANDARD-Gastkommentar von Mittwoch auf. Und sinniert in der Presse zudem über eine Teil-Privatisierung des ORF.

Dazu passt, was Kanzler Wolfgang Schüssel zum ORF der APA anvertraute: "Die Begehrlichkeiten - und zwar aller Parteien - sind immer groß." Die ÖVP sei "etwas bescheidener im Anspruch und klüger in der realistischen Umsetzung". Ob er da FP-Forderungen für die Besetzungsliste Lindners meinte, präzisierte er bei der Gelegenheit nicht. Schüssel: "Politiker wollen eine Botschaft an die Menschen heranbringen, was auch legitim ist." Wie das einzelne Vertreter der Regierungsparteien umzusetzen suchten, empfanden ORF- Journalisten wie berichtet als weniger legitim.

Die Generalin hat unterdessen einen neuen Job frei: Sissy Mayerhoffer verlässt - wie Franz Prenner - die Chefetage der ORF-Vermarkterin Enterprise. Sie war für Ö3 im Gespräch, nun wechselt sie in die News-Führung. Für Enterprise wie Ö3 wurde PR-Chef Thomas Prantner genannt. Der Extradienst ergänzt für die Enterprise Andreas Hofmaier (HMS Carat) und Markus Breitenecker (Sevenone Media). (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.2.2002)

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