Inge Morath ist tot

31. Jänner 2002, 18:26
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"Mitten aus der Arbeit gerissen": Die Fotografin starb 78-jährig in New York - Über die Ursache ihres Todes ist noch nichts bekannt

New York/Wien - Inge Morath ist tot. Die international renommierte Fotografin mit österreichischen Wurzeln starb am Mittwoch 78-jährig in einem New Yorker Krankenhaus, teilte ihr Salzburger Verlag mit. Über die Todesursache ist vorerst nichts bekannt.

"Mitten aus der Arbeit gerissen"

Inge Morath wurde neben ihrer reportagehaften Arbeit vor allem für ihre Porträts von Kunst- und Kulturschaffenden berühmt. Durch den Tod wurde sie mitten aus ihrer Arbeit gerissen, heißt es in einer Aussendung des Otto Müller-Verlags.

Gegnerin des Spektakulären

Noch im Winter 2001 habe sie im Rahmen eines Buches über New York die privaten Gedenkstätten der Menschen im Anschluss an die Terroranschläge des 11. September fotografiert. Dies kennzeichne auch ihre fotografische Arbeitsweise: sie habe sich nie den spektakulären Ereignissen zugewandt, sondern immer versucht, den menschlichen Aspekt und das Alltagsleben festzuhalten.

Mitglied der legendären Fotoagentur Magnum

Morath, die 1923 in Graz geboren wurde, war seit 1953 Mitglied der legendären Fotoagentur Magnum. Seit 1962 lebte sie in Connecticut (USA), wo sie mit dem amerikanischen Dramatiker Arthur Miller verheiratet war. Die Trägerin des Österreichischen Staatspreises für Fotografie war amerikanische Staatsbürgerin.

Reaktionen von Morak und Marboe

Betroffen über Moraths Tod zeigten sich Kunststaatssekretär Franz Morak (V) und der Wiener VP-Stadtrat Peter Marboe. Morak würdigte Morath als "herausragende Fotokünstlerin, die als erste Preisträgerin des Österreichischen Staatspreises für Fotografie auch hierzulande verbindliche Standards gesetzt hat". Sie habe mit ihrer berühmten Straßenfotografie in grandioser Weise nicht nur New York beschrieben, sondern zuletzt auch ihre Heimat Österreich, insbesondere den Donauraum fotografisch gesucht und neugedeutet. "Mit Morath ist eine großartige Künstlerin von uns gegangen, die uns allen sehr fehlen wird", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme Marboes, der die Künstlerin in zahlreichen persönlichen Begegnungen kennen und schätzen gelernt habe. (APA)

In memoriam Inge Morath

Ö1, Sa., 2.2., 22:05 Uhr:
"Österreich 1 extra":
Wiederholung eines Gespräches, das Peter Huemer mit Morath 1999 über ihr Leben und Werk führte.

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