Energiepreise 2001: geringfügig teurer

31. Jänner 2002, 12:37
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Österreichs Haushalte gaben 106 Milliarden Schilling aus

Wien - Für Energie musste in Österreich im vergangenen Jahr nur geringfügig tiefer in die Taschen gegriffen werden. Wie die Energieverwertungsagentur (E.V.A.) am Donnerstag mitteilte, stiegen die Energiepreise 2001 im Durchschnitt um 0,6 Prozent, während der Verbraucherpreisindex (VPI) um 2,7 Prozent nach oben kletterte. Im Jahr davor hatte der steile Höhenflug des Rohölpreises mit 10,7 Prozent die höchste Energieteuerung seit 1981 beschert.

Rund 7,7 Mrd. Euro - umgerechnet fast 106 Mrd. S - gaben die privaten Haushalte 2001 in Summe aus, hat die E.V.A. errechnet. Davon wurden für Strom rund 27 Prozent aufgewendet, für Treibstoffe 40 Prozent und für Raumwärmebereitstellung 33 Prozent.

Mineralöle waren im Vorjahr insgesamt um 4,4 Prozent günstiger, alle anderen Energieträger - vor allem Gas - verteuerten sich hingegen.

Strom 2001 teurer, Benzin etwas billiger

Für die Autofahrer war Normalbenzin im Jahresschnitt um 4,2 Prozent (2000: plus 16,5 Prozent) billiger, Super um 4,4 Prozent (2000: plus 16,3 Prozent) und Diesel um 4,3 Prozent (2000: plus 28,1 Prozent). Bei Heizöl sanken die Preise marginal um 0,2 Prozent, nachdem sie im Jahr 2000 um 42,8 Prozent kräftig nach oben geschnellt waren.

Strom war im abgelaufenen Jahr durchschnittlich um 2,2 Prozent teurer. Die E.V.A. führt dies vor allem auf die höheren Grundgebühren (plus 15,3 Prozent) zurück, die Arbeitskosten (Tagstrom) selbst seien trotz Erhöhung der Energieabgabe lediglich um 1,1 Prozent gestiegen. Von den angehobenen Grundgebühren betroffen sieht die E.V.A. vor allem die Kleinverbraucher, weil deren anteilige Grundkosten einen höheren Anteil an den Gesamtkosten aufweisen würden.

Eine ähnliche Entwicklung gab es weiteren Angaben zufolge auch bei Gas. Hier zogen die Preise im Jahresvergleich um 11,5 Prozent (2000: plus 4,8 Prozent) an. Die Grundgebühr erhöhte sich um 42,4 Prozent, gleichzeitig stieg der Arbeitspreis um 10,6 Prozent. Gegenläufig war die Entwicklung nur bei Fernwärme, die sich bei um 0,2 Prozent etwas niedriger liegenden Grundgebühren um 3,6 Prozent verteuerte.

Im Dezember sanken die Energiepreise im Jahresabstand um 8,7 Prozent, nachdem sie auf Jahresbasis auch im November gefallen waren und zwar wie berichtet um 7,5 Prozent. Der auf Basis von Daten der Statistik Austria ermittelte Energiepreisindex (EPI) fiel im Dezember 2001 gegenüber dem Vormonat November um 1,6 Prozent. Ohne Energie hätte die Jahresinflation im Dezember laut E.V.A. 2,7 Prozent betragen, so aber waren es "nur" 1,9 Prozent. Energie hat somit die Inflation in Österreich gedämpft.

Die E.V.A. weist darauf hin, dass die Energiekosten nunmehr den Stand vom Mai 2000 erreicht hätten. Auch in den kommenden Monaten sei mit eher sinkenden Energiepreisen zu rechnen. (APA)

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