Afghanischer Verteidigungsminister gibt Widerstand gegen Schutztruppe auf

31. Jänner 2002, 14:08
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Afghanischer Regierungschef Karsai in London eingetroffen

Kabul/London - Der afghanische Verteidigungsminister Kasim Fahim hat seinen Widerstand gegen eine mögliche Stationierung von Soldaten der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) in ganz Afghanistan aufgegeben. Fahim habe seine Meinung aufgrund der Effektivität der Truppe in der Hauptstadt Kabul geändert, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums.

Mit der ISAF-Präsenz sei gewährleistet, dass keine afghanischen Fraktionen sich gegen die Interimsregierung stellten oder ausländische Staaten sich in Afghanistan einmischten. Die positiven Resultate der ISAF-Stationierung in Kabul seien auch auf andere Städte übertragbar, fügte der Vertreter hinzu. Dem ISAF-Mandat zufolge sollen bis Ende Februar insgesamt 4500 Soldaten die afghanische Hauptstadt und ihre Umgebung absichern. Es beschränkt die Präsenz der Schutztruppe bislang auf Kabul.

Karsai wünscht sich stärkeres internationales Engagement für Sicherheit in Afghanistan

Der Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, ist am Donnerstag zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in London eingetroffen. Karsai wollte nach Angaben britischer Diplomaten vor allem über den Wunsch nach stärkerem internationalen Engagement bei der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung in Afghanistan sprechen.

Blair hatte Karsai eingeladen, an einer Kabinettssitzung teilzunehmen. Diese Ehre wurde zuletzt US-Präsident Bill Clinton zuteil. Britische Diplomaten sagten, Blair wolle Karsai versichern, dass London auch weiterhin Afghanistan unterstützen werde. Karsai, der zuvor in den USA mit Präsident George W. Bush und vor dem Weltsicherheitsrat in New York gesprochen hatte, legte auf dem Heimweg nach Afghanistan den Zwischenstopp in London ein.(APA/dpa)

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