Mailand plant Dauer-Fahrverbot gegen Smog

31. Jänner 2002, 11:55
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Tageweise Fahrverbote für geraden und ungeraden Kennzeichen

Rom - Wegen der alarmierenden Luftverschmutzung startet Mailand eine Daueroffensive gegen den Smog. Der Präsident der Region Lombardei, Roberto Formigoni, will den privaten Autoverkehr einschränken, indem das ganze Jahr über täglich abwechselnd nur Autos mit geraden und ungeraden Kennzeichen fahren dürfen. Diese Maßnahme gilt bereits seit einigen Tagen. In Dutzenden weiteren Städten und Gemeinden in der vom Smog geplagten Po-Ebene sowie in Florenz und Triest wurden ähnliche Fahrverbote erlassen.

Wende in der Lebensweise der Mailänder

"Wir wollen diese Lösung mit italienischen und ausländischen Experten diskutieren. Wir sehen ein, dass diese Maßnahmen zu einer radikalen Wende in der Lebensweise der Mailänder führen würde, es gibt aber nicht viele andere Wege, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen. Wir werden auch aktiv von den Bürgern unterstützt, die einsehen, dass man in der Stadt nicht mehr so leben kann", sagte Formigoni.

Enorme Luftverschmutzung

In der Lombardei ist die Luftverschmutzung seit Wochen eine gesundheitsgefährdende Plage. Am Sonntag wird es zu einem kompletten Fahrverbot für Privatautos in den Städten Como, Cremona und voraussichtlich auch in Turin kommen. Ein totales Fahrverbot könnte auch in Mailand verhängt werden, sollte sich die Lage nicht bessern.

Die extreme Luftverschmutzung belastet nicht nur Norditalien. Der Gewerkschaftsverband der Stadtpolizei von Neapel klagte, dass in den vergangenen Jahren 73 Beamte in Folge der Auswirkungen von Smog gestorben seien. In Rom und Neapel, wo die Luftverschmutzung durch Autoabgase ebenfalls sehr hoch ist, verzichteten die Behörden weiter auf Fahrverbote. (APA)

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