Schweiz: Flüchtlingsamt für mehr Arbeitsbewilligungen an Asylsuchende

31. Jänner 2002, 11:46
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Vorrübergehend verhängtes Arbeitsverbot und Sperren hätten nur beschränkte Wirkung gezeigt

Bern - Asylsuchende in der Schweiz, insbesondere vorläufig Aufgenommene und Langzeitaufenthalter, sollen einfacher eine Arbeitsbewilligung erhalten. Nach Ansicht des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF) könnte so nicht zuletzt die Schwarzarbeit eingedämmt werden. Das im September 1999 von der Schweizer Regierung (Bundesrat) vorübergehend verhängte einjährige Arbeitsverbot wie auch die geltenden Sperren von drei bis sechs Monaten hätten nur eine beschränkte Wirkung gezeigt. Höchstens ein paar Hundert Personen könnten mit einem einjährigen Arbeitsverbot vom Arbeitsmarkt fern gehalten werden, heißt es in einer am Donnerstag in Bern vorgestellten Studie.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt spiele nur eine untergeordnete Rolle für die Wahl der Schweiz als Asylland, sagte BFF-Vizedirektor Jörg Frieden gemäß Redetext. Entscheidend seien vielmehr die zwischen Großfamilien und Nationalitäten bestehenden sozialen Netze.

Studie: Kaum Konkurrenz zwischen Asylsuchenden und einheimischen Arbeitskräften

Asylsuchende konkurrenzierten die einheimischen Arbeitskräfte kaum, da sie mit wenigen Ausnahmen in den unqualifizierten Positionen der Wirtschaft vertreten seien, heißt es in der Studie weiter, die das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien im Auftrag des BFF erstellt hat.

Ein generelles Arbeitsverbot für Personen des Asylbereichs hätte für die Wirtschaft nur geringe Auswirkungen, zöge aber hohe Kosten für die öffentliche Hand nach sich. Dass heute 15.000 bis 17.000 Personen oder rund ein Drittel der Asylsuchenden im erwerbsfähigen Alter legal arbeiten dürfe, spare Sozialhilfekosten von bis zu 500 Millionen Franken (340 Mill. Euro/4,67 Mrd. S) pro Jahr.

Für die Betroffenen sei eine Erwerbstätigkeit evident, um eine finanzielle Selbstständigkeit und eine Integrationsperpektive zu entwickeln, sagte Frieden. Die Gesellschaft habe ein Interesse daran, weil soziale Spannungen vermieden werden könnten. Die Arbeitslosenversicherung werde von Asylsuchenden nur punktuell und berechtigt beansprucht.(APA/sda)

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