Drei Loks durch Felssurz im Gesäuse entgleist

31. Jänner 2002, 11:36
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Ein Lokführer verletzt

Graz - Ein Felssturz hat am Donnerstag in den Morgenstunden des Donnerstags im Gesäuse bei Großreifling (Bezirk Liezen) drei Loks der ÖBB zum Entgleisen gebracht. Der Lokzug war trotz Schnellbremsung in das aus Erdreich, Felsen und Baumstämmen bestehende Hindernis geprallt. Ein Lokführer erlitt leichte Verletzungen, der Sachschaden ist erheblich.

Der Zwischenfall hatte sich gegen 4.00 Uhr ereignet. Der Lokverband, bestehend aus Loks der Typen 1142, 1041 und 1141 hatte sich auf Überstellfahrt durch das Ennstal befunden, als er in unmittelbarer Nähe der Salza-Mündung auf das Hindernis traf: Vermutlich durch die Temperaturschwankungen der vergangenen Tage hatten sich etliche Kubikmeter Erdreich und Fels aus der Wand gelöst und waren, gemeinsam mit mitgerissenen Baumstämmen, ins Tal und auf den Gleiskörper der regionalen Bahnlinie gestürzt.

Alle drei Lokomotiven entgleisten, wobei die beiden ersteren in Schieflage neben den Geleisen in unmittelbarer Nähe zur Ennsböschung zum Stehen kamen. Einer der beiden in den Schienenfahrzeugen befindlichen Lokführer wurde mit leichten Verletzungen - Prellungen, Hautabschürfungen - ins Krankenhaus gebracht, der Zweite blieb unverletzt. Die Feuerwehr errichtete Ölsperren, weil Trafoöl auszutreten drohte.

Seitens der ÖBB wurde das Eintreffen eines 100-Tonnen-Schienenkrans zur Bergung für den späteren Vormittag angekündigt. Bautrupps gingen sofort daran, die Schäden an Fahrleitung und Gleiskörper zu beheben. Laut Bundesbahnen dürfte der Sachschaden "in die Millionen Schilling gehen". Ein Geologenteam aus Wien wurde mit der Untersuchung der Felsformationen in der Umgebung beauftragt.

Zwischen Kleinreifling und Selzthal wurde im Regionalverkehr ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Mit der Streckenfreigabe wurde für Freitag Mittag gerechnet. (APA)

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