Schiff mit 400 Flüchtlingen in Süditalien eingetroffen

31. Jänner 2002, 15:36
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Großteil der Flüchtlinge sind Kurden

Rom - Ein Schiff mit etwa 400 überwiegend kurdischen Flüchtlingen an Bord ist am Donnerstag im süditalienischen Hafen von Gallipoli, 50 Kilometer südlich von Brindisi, eingetroffen. Es handelt sich um das bisher größte Flüchtlingsschiff, das seit Jahresbeginn in Italien angekommen ist. Im Vorjahr waren insgesamt rund 6.000 Menschen auf diese Weise nach Italien gelangt.

Das unter türkischer Flagge fahrende Schiff war bereits in der Nacht manövrierunfähig von der italienischen Küstenwache, rund fünf Seemeilen vom Hafen entfernt, entdeckt worden. Die Schlepper hatten nach Aussage von Flüchtlingen das Schiff, dessen Steuerruder nicht mehr funktionierte, vor dem Eintreffen der Polizei verlassen.

Bis zu 3.000 Dollar an Schlepper bezahlt

Das von Kurden, Palästinensern, Afghanen und Pakistanern überfüllte Schiff hatte am vergangenen Sonntag von der türkischen Küste abgelegt. Die Passagiere hatten nach eigenen Angaben bis zu 3.000 Dollar (rund 3.450 Euro) bezahlt. Noch bevor das verwahrloste Schiff in den Hafen von Gallipoli geschleppt wurde, hatte die italienische Polizei einen Mann, eine Frau und ihr vor zwei Tagen zur Welt gekommenes Kind mit einem Schnellboot an Land gebracht.

Drei weitere Kinder wurden nach der Ankunft im Hafen in ein Krankenhaus gebracht. Zahlreiche Passagiere seien völlig entkräftet gewesen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die Flüchtlinge wurden in drei Aufnahmelager in der Region gebracht. (APA/dpa)

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