USA und Philippinen starten gemeinsame Anti-Terrorübung

31. Jänner 2002, 15:57
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Kampf gegen Rebellen soll ausgeweitet werden

Zamboanga - Die USA und die Philippinen haben am Donnerstag eine gemeinsame Militärübung begonnen, mit der der Kampf gegen die moslemischen Abu-Sayyaf-Rebellen auf den Südphilippinen ausgeweitet werden soll. Die separatistische Moslemorganisation soll Verbindungen zum Terrornetzwerk von Osama bin Laden haben. Der Geschäftsträger der US-Botschaft auf den Philippinen, Robert Fitts, sagte, die Übung zeige die Entschlossenheit Washingtons, "den Krieg gegen den Terrorismus an jeder Front mit unseren Verbündeten" fortzusetzen. An dem Manöver, das ein halbes Jahr dauern soll, beteiligen sich rund 660 US-Soldaten.

Der Stabschef der philippinischen Armee, General Diomedio Villanueva, eröffnete die Militärübung mit dem Namen "Balikatan" (Schulter an Schulter) während einer Zeremonie in einem streng bewachten Militärcamp in der südphilippinischen Stadt Zamboanga. Verteidigungsminister Angelo Reyes bezeichnete es als das wichtigste Ziel der Übung, die Schlagkraft des philippinischen Militärs im Kampf gegen den Terrorismus - insbesondere gegen die Abu Sayyaf - zu verbessern. Die Übung sei notwendig, um den terroristischen Aktivitäten der Abu Sayyaf ein Ende zu bereiten. Auch Fitts sagte, die USA wollten das philippinischen Militär in die Lage versetzen, "die Geißel Abu Sayyaf zu eliminieren".

Kritiker befürchten, dass die gemeinsame Militärübung gegen die philippinische Verfassung verstößt, die Kampfeinsätze ausländischer Truppen im Land untersagt. Fitts sagte dazu, die US-Soldaten sollten die philippinischen Soldaten lediglich beraten und ausbilden.

Die Abu Sayyaf ist die kleinste, aber gewalttätigste Rebellengruppe auf den Südphilippinen. Sie wird für zahlreiche Morde, Entführungen, Bombenanschläge und andere Terrorakte seit 1992 verantwortlich gemacht.

Auf der südphilippinischen Insel Basilan sind ein amerikanisches Paar und eine philippinische Krankenschwester in der Gewalt der Rebellen. Ein weiterer Amerikaner sowie 14 Filipinos wurden seit dem Beginn der Geiselkrise im Mai vergangenen Jahres von den Rebellen enthauptet.(APA/dpa)

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