UNO-Sicherheitsrat besorgt über "beispiellose Gewalt" in Nahost

31. Jänner 2002, 10:00
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UNO-Nahostbeauftragter: Vermittlung von dritter Seite notwendig

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich am Mittwoch (Ortszeit) beunruhigt über die Situation im Nahen Osten geäußert. Das "Niveau der Gewalt" und die sich ständig verschlechternde Lage seien "beispiellos", hieß es in einer am Abend in New York veröffentlichten Erklärung. Für den israelisch-palästinensischen Konflikt könne es "keine militärische Lösung" geben, da Gewalt immer nur neue Gewalt hervorbringe. Die einzige Möglichkeit für Fortschritt sei der Weg der Konfliktparteien an den Verhandlungstisch, erklärte der Sicherheitsrat nach einer Nahost-Sondersitzung weiter.

Am Donnerstag kommen die Nahostbeauftragten der UNO, der Europäischen Union sowie der USA und Russlands in Washington zu Gesprächen über die Lage in der Krisenregion zusammen. Dabei soll auch ein Vorschlag Frankreichs diskutiert werden, wonach international zunächst ein Palästinenserstaat anerkannt und dann wieder verhandelt werden könnte.

"Die Situation ist jetzt so gravierend, dass Konsultationen in Washington notwendig sind"

Um Israelis und Palästinenser wieder an den Verhandlungstisch zu bringen ist nach Einschätzung des Sonderbeauftragten für den Nahen Osten der Vereinten Nationen (UNO) eine Vermittlung von dritter Seite notwendig. UNO-Sonderbotschafter Terje Roed-Larsen sagte am Mittwochabend in New York nach einer Unterrichtung des UNO-Sicherheitsrates, ohne Hilfe von dritter Seite wäre es in der derzeitigen Situation für beide Seiten unglaublich schwierig, gegenseitig Vertrauen aufzubauen. "Die Situation ist jetzt so gravierend, dass Konsultationen in Washington notwendig sind", sagte Roed-Larsen ehe er an Nahost-Gesprächen zwischen den USA, Russland und der Europäischen Union (EU) in Washington teilnahm.

US-Nahostgesandert wird vorerst nicht in die Region entsandt

Es wurde erwartet, dass dabei Russland, die EU und die UNO die USA drängen wollten, ihre Vermittlungsbemühungen fortzusetzen. Nach neuen Gewalttaten hatten die USA Anfang des Monat beschlossen, ihren Nahost-Sondergesandten, General Anthony Zinni, vorerst nicht in die Region zu entsenden. Seit Beginn des palästinensischen Aufstands im September 2000 sind mehr als 900 Palästinenser getötet und 17.000 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 239 Menschen, über 2.400 wurden verletzt.(APA/Reuters)

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