UTA Telekom AG wieder in rein österreichischer Hand

31. Jänner 2002, 11:27
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VTÖB übernimmt 45,5 Prozent der UTA von Swisscom - Auch Verkauf von Cesky Telecom geplant

Die VTÖB (Vereinigte Telekom Österreich Beteiligungs GesmbH) plant die Swisscom-Beteiligung an der UTA im Ausmaß von 45,5 Prozent zu übernehmen, teilt die VTÖB am Donnerstag mit. Die VTÖB gehört acht österreichischen Energieversorgern (Bewag, EVN, Kelag, Energie AG, Steweag, Tiwag, VKW, WSTW) und hält bereits 45,5 Prozent der UTA.

Zweitgrößte Festnetzanbieter in Österreich

Die UTA, nach Telekom Austria der zweitgrößte Festnetzanbieter in Österreich, beschäftigt rund 640 Mitarbeiter. Der Verkauf der Anteile bedarf der Zustimmung durch die Kartellbehörde und die zuständigen Gremien. Die UTA wird im Jahr 2001 rund 240 Mill. Euro umsetzen.

Swisscom verzichtet auf UTA-Darlehen von 2 Milliarden Schilling

Die Swisscom wolle mit dem Verkauf ihre internationale Strategie weiter auf die Märkte Mobile Service Providing und Datengeschäft fokussieren, kommentierte die Swisscom heute, Donnerstag, in einer Aussendung den Verkauf ihres UTA-Anteils. Im Rahmen dieser Strategie sei die UTA zur reinen Finanzbeteiligung des Schweizer Telekomkonzerns geworden, die nun verkauft wurde, sagte Swisscom-Sprecherin Pia Rogers. Die UTA sei auch nicht mehr konsolidiert worden.

Die Swisscom verzichte auf Darlehensforderungen gegenüber der UTA im Umfang von 210 Mill. Franken (1,96 Mrd. S). Diese Berichtigung werde das Geschäftsjahr 2001 belasten. Weitere Belastungen durch UTA gebe es nicht, sagte Rogers weiter.

Die Swisscom hatte die Aktienmehrheit an der im Festnetz und Internet tätigen UTA im Mai 1998 übernommen. Im November 2000 hatte sie ihren Anteil auf 45,5 Prozent reduziert, indem sie bei der Übernahme von Netway Communications UTA-Aktien an die österreichische Raiffeisen-Gruppe abgegeben hatte.

Auch Verkauf von Cesky Telecom geplant

Neben der UTA steht bei der Swisscom auch die Beteiligung an der Cesky Telecom zum Verkauf. Die indirekte Beteiligung von rund 13 Prozent solle im Rahmen der derzeit stattfindenden zweiten Privatisierungsrunde abgestoßen werden. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Tschechien sei es schwierig, einen Zeitrahmen für den Abschluss des Verkaufs zu nennen, sagte Rogers.

Weitere Beteiligungsverkäufe bei der Swisscom seien derzeit nicht geplant. Eine Veräußerung der deutschen Debitel sei gegenwärtig kein Thema. Das Unternehmen passe in die Swisscom-Strategie.(APA)

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