Klimaprognose für Europa: Gummistiefel bereit halten

30. Jänner 2002, 21:06
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Nasse Winter und Überschwemmungen werden zunehmen

London - Die Zukunft wird nass. Starke Niederschläge im Winter werden in Mittel- und Nordeuropa in den nächsten hundert Jahren bis zu fünf Mal wahrscheinlicher als heute. Gleichzeitig steigt im Sommer die Gefahr extrem starker Monsunregen und damit Überschwemmungen in Asien, berichten Forscher aus Großbritannien und Schweden im britischen Wissenschaftsjournal "Nature".

Neue Prognose-Modelle

Tim Palmer vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen in Reading (Großbritannien) und Jouni Räisänen vom meteorologischen und hydrographischen Institut in Norrköping (Schweden) hatten die Prognosen 19 globaler Klimamodelle verglichen. Dabei nutzten sie unter anderem eine Methode, wie sie sonst Börsenmanager zur Beurteilung der Chancen von Investitionen anwenden. Die Forscher zeigen, dass eine über alle Modelle gemittelte Prognose systematisch die Zahl extremer Wettereignisse unterschätzt. Ein Vergleich der einzelnen, von jedem Modell separat vorhergesagten Häufigkeiten von Klimakapriolen liefert eine bessere Vorhersage.

"Diese Methoden werden zunehmend wichtig werden, sowohl für Klimaforscher als auch für Entscheidungsträger", kommentiert Reiner Schnur vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg die Ergebnisse. "Berechnungen der Wahrscheinlichkeit von Extremfällen können für Entscheidungen viel besser sein als die Ergebnisse einzelner Simulationen."

Flüsse treten über die Ufer

In der gleichen Ausgabe von "Nature" (S. 514) berichtet Christopher Milly vom Geological Survey der USA in Princeton, dass die Zahl der Überschwemmungen durch große Flusssysteme im letzten Jahrhundert deutlich zugenommen hat. Dies sei nur mit geringer Wahrscheinlichkeit durch natürliche Variabilität zu erklären. Es sei zu erwarten, dass dieser Trend anhalte und es vermehrt zu Überschwemmungen komme. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 415, S. 512)
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