Busek: Stabilität auf Balkan hängt vom Schicksal der Flüchtlinge ab

30. Jänner 2002, 17:53
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Unterstützung beim Wohnungsbau notwendig

Genf - Dauerhafter Frieden und Stabilität auf dem Balkan hängen untrennbar mit dem Schicksal von einer Million Flüchtlinge zusammen. Darauf hat der neue Sonderkoordinator für den Balkan-Stabilitätspakt, Erhard Busek, am Mittwoch in Genf aufmerksam gemacht. Neben der humanitären Hilfe sei insbesondere Unterstützung beim Aufbau von Häusern und Wohnungen sowie bei der Beschaffung von Arbeit notwendig.

Vielfach rangierten bei der Entscheidung über eine Rückkehr soziale und ökonomische Gründe vor Sicherheitsaspekten, sagte Busek. Nachdem die Rückkehr von Flüchtlingen sechs Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton Wirklichkeit geworden sei, müsse den Betroffenen auch geholfen werden. Ansonsten würden die Menschen mit den Füßen abstimmen und illegal nach Westeuropa kommen.

Hilfsfonds werden knapper

Nach den Worten von UNO-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers werden die Hilfsfonds zunehmend knapper, obwohl sie gerade jetzt am meisten gebraucht würden. "Junge Leute kehren nicht in Gebiete zurück, in denen es keine Häuser, keine Arbeit und keine Möglichkeiten zur Ernährung der Familie gibt", sagte Lubbers.

Busek regte für Jugoslawien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina Zugang zu internationalen Krediteinrichtungen an. Außerdem sollte es mehr private Investitionen für den Wohnungsbau geben. (APA/dpa)

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