Weit mehr als 1.500 Fahrer geschädigt

30. Jänner 2002, 16:52
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In Österreich beriets 80 Fahrer einvernommen

Wien - Die Affäre um die angebliche Ausbeutung und illegale Beschäftigung ausländischer Fernfahrer durch einen Transportunternehmer aus Niederösterreich mit Firmenkonstruktion in Luxemburg weitet sich aus. "Die Anzahl der geschädigten Fahrer ist wesentlich höher als die bisher genannten 1.500", zitierte das "WirtschaftsBlatt" die Kriminalabteilung Niederösterreich.

In Österreich beriets 80 Fahrer einvernommen

In Deutschland seien bis Dienstag Abend 200 Fahrer, in Österreich an die 80 vernommen worden, hieß es in dem Bericht. Zur Zeit werden die in Österreich sichergestellten Unterlagen mit einem Sachverständigen ausgewertet.

Hauptverdächtiger in der Frächter-Affäre weiterhin Karl Kralowetz

Hauptverdächtiger in der Frächter-Affäre ist weiterhin der in Luxemburg verhaftete Karl Kralowetz. Die Untersuchungen gehen aber auch in Richtung anderer Familienmitglieder, schreibt das "WirtschaftsBlatt".

Bruder Rainer, Geschäftsführer der Blindenmarkter Kralowetz GesmbH und FP-Kammerfunktionär, wurde einvernommen. "Formell wird er im Verfahren namentlich genannt, in der Sache liegt nichts vor", sagte Staranwalt Farid Rifaat, der Karl und Rainer Kralowetz vertritt, dem Blatt. Der Zeitung zufolge gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass die Fäden nicht in Luxemburg, sondern in Niederösterreich zusammengelaufen sind. Das bestreitet die Unternehmersfamilie. Die Firmen würden getrennt geführt. Rifaat hatte in einer Aussendung am Mittwoch Klagen angekündigt. Hinsichtlich beider Firmen würden keinerlei Verdachtsmomente hinsichtlich strafrechtlich relevanter Handlungen vorliegen.

Arbeitsverträge in Österreich unterzeichnet

Die mittels Inserate angeworbenen Fernfahrer aus Osteuropa sollen in Österreich ihre Arbeitsverträge unterzeichnet haben, hieß es weiter in dem Zeitungsbericht. Die Verrechnung der Luxemburger UCL mit den Fahrern soll großteils über ein Raika-Konto in Blindenmarkt gelaufen sein. "Der Ort, wo ein Vertrag unterfertigt wird, ist nicht so relevant, wie der, wo sich das Dienstverhältnis befindet", konterte Anwalt Rifaat. Das sei in Luxemburg. Und solange das Konto auf die Luxemburger Firma laute, sei es kein Problem. Rifaat: "Luxemburg hat liberale Gesetze, die Vorteile für dort etablierte Unternehmen bringen." (APA)

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