Weltwirtschaftsforum

30. Jänner 2002, 16:19
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Heuer erstmals in New York - 3000 Spitzenpolitiker, Wirtschaftskapitäne und Wissenschaftler nehmen teil

Frankfurt/Main - Zum ersten Mal in seiner 32-jährigen Geschichte wird das Weltwirtschaftsforum (WEF) in diesem Jahr nicht im schweizerischen Davos stattfinden. Die Verlegung nach New York ist nach Angaben des WEF ein Zeichen der Solidarität, aber auch Sicherheitsbedenken gegen Davos spielten eine Rolle. Mehr als 3.000 Wirtschaftsvertreter, ranghohe Politiker und renommierte Wissenschaftler aus über 100 Ländern werden am Donnerstag im Nobelhotel Waldorf Astoria erwartet.

Das diesjährige WEF-Jahrestreffen steht bezugnehmend auf die Zeit nach dem 11. September unter dem Motto "Leadership in Fragile Times - Vision for a Shared Future" (Führung in schwierigen Zeiten - Visionen für eine gemeinsame Zukunft). 30 Staats- und Regierungschefs werden in der fünftägigen Konferenz zusammen mit Wirtschaftsvertretern Themen wie Terrorismus, Armutsbekämpfung, Armut und die Weltwirtschaftskrise erörtern. Für die Eröffnungsfeier ist eine Rede des afghanischen Interimspräsidenten Hamid Karsai vorgesehen. Am Freitag wird Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Rede halten. Aus Österreich nimmt Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) an der Tagung teil.

Neben den Forumsteilnehmern werden in den Straßen von Manhattan unweit der Ruinen des World Trade Centers Tausende Globalisierungsgegner erwartet. Wegen der Ausschreitungen in der Vergangenheit hat US-Präsident George W. Bush das Weltwirtschaftsforum in New York zum nationalen Sicherheitsfall erklärt und damit die Koordinierung in die Hände des Secret Service gelegt. Es gilt die allerhöchste Sicherheitsstufe.

Das Weltwirtschaftsforum mit Sitz in Genf wurde 1971 von Professor Klaus Schwab, der seit 1977 auch Präsident des WEF ist, gegründet. Die private Institution wird von seinen Mitgliedern mit einem jährlichen Beitrag getragen. In der Vergangenheit hat es neben den zahlreichen wirtschaftlichen Diskussionen in entspannter Atmosphäre auch Zusammenkünfte von Politikern gegeben, die sich sonst nicht an einen Tisch setzten.

Ob das Weltwirtschaftforum kommendes Jahr in den idyllischen Schweizer Skiort Davos zurückkehrt, ist noch ungewiss. Ein Ableger des Weltwirtschaftsforum, bei dem vor allem um die Zukunft eines erweiterten Europa geht, findet seit fünf Jahren in Salzburg statt, an dem vor allem hochrangige Manager und Politiker aus dem mittel- und osteuropäischen Raum teilnehmen. (APA/AP)

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