Machtkampf beim Schweizer Fernsehen entschieden

30. Jänner 2002, 15:52
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Aus für Chefredakteur Filippo Leutenegger - Differenzen über Sparpotenziale bei Info-Sendungen

Der Chefredakteur des Schweizer öffentlich-rechtlichen Fernsehen SF DRS, Filippo Leutenegger, ist am Mittwoch mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Die publizistische Leitung übernimmt interimistisch Fernsehdirektor Peter Schellenberg. Mit dieser Lösung hat der Regionalratsausschuss der SRG einen seit langem schwelenden Machtkampf zu Gunsten von Peter Schellenberg entschieden.

Unüberbrückbare Differenzen

Bei einer Pressekonferenz wurden als Grund für die Freistellung Leuteneggers unüberbrückbare Differenzen in wichtigen strategischen und organisatorischen Fragen und tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten über Führungsprinzipien angegeben. Zudem existiere kein Vertrauensverhältnis mehr zwischen Leutenegger und Schellenberg. Den administrativen Bereich führt künftig Hans Ulrich Schmutz, Leiter Finanzen, und die Personalleitung geht an Beat Riem, Leiter Human Resources.

Streitpunkt Sparpotenziale bei Info-Sendungen

Im Kern ging der Streit um Einsparungen beim Schweizer Fernsehen. Schellenberg will das "Mittagsmagazin" abschaffen und plädiert zudem für Abstriche bei "Schweiz-aktuell", "Tagesschau" und "10 vor 10", die seiner Ansicht nach zu teuer sind. Gegen diese Pläne wehrte sich Leutenegger vehement. Er schlug im Gegenzug vor, auf gewisse Kultursendungen mit geringen Einschaltquoten zu verzichten. Davon wollte wiederum Schellenberg nichts wissen. (APA)

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