Compaq Österreich erwartet schwieriges erstes Halbjahr 2002

30. Jänner 2002, 15:19
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Bestenfalls stabiler IT-Gesamtmarkt in 2002 - 5 Prozent Umsatzrückgang 2001 - Profitabilität erhöht - Marktführer im PC- und Serverbereich

Ein schwieriges erstes Geschäftshalbjahr 2002 erwartet der österreichische Marktführer am Computermarkt, die Österreich-Tochter des US-Computerherstellers Compaq. Es werde schwieriger als das zweite Halbjahr 2001 werden, vor allem da die Investitionen der öffentlichen Hand im ersten Halbjahr nie hoch seien, prognostizierte Compaq Österreich-Geschäftsführer Herbert Schweiger am Mittwoch in Wien.

Besseres zweites Halbjahr erwartet

Günstiger dürfte dagegen das zweite Halbjahr verlaufen, zumal internationale Trends in Richtung Stabilisierung weisen würden. Der österreichische IT-Markt werde sich bestenfalls stabil halten. "Es wird anstrengend werden, aber wir sind gewillt, weiter zu kämpfen", sagte Schweiger, der für das eigene Unternehmen keine Umsatzprognose machen wollte.

Personalabbau und Umsatzrückgang

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 musste Compaq Österreich einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 308 Mill. Euro (4,25 Mill. S) hinnehmen. Der Mitarbeiterstand wurde um rund 10 Prozent auf rund 360 Mitarbeiter gekürzt. Der Personalabbau habe vorwiegend "flexible Arbeitskräfte" betroffen, sagte Schweiger. Trotz des Umsatzrückganges habe die Profitabilität durch Kostenreduktionen und den "guten Produkt-Mix" um 10 Prozent gesteigert werden können. Details dazu wollte Schweiger nicht bekannt geben.

60 Prozent des Umsatzes durch Server

60 Prozent des Umsatzes macht Compaq Österreich im Bereich Enterprise Computing (Server-Bereich), den Rest im Bereich Personal Computing (PC-Bereich). International erzielte Compaq 2001 einen Umsatz von 33,6 Mrd. Dollar (39,2 Mrd. Euro/539 Mrd. S) und einen Nettogewinn von 256 Mill. Dollar. Der IT-Markt habe im Vorjahr unter Überkapazitäten, der globalen Marktschwäche, reduzierten IT-Ausgaben und dem Preisverfall durch die steigende Standardisierung in allen Produktbereichen gelitten. Einzig der Service-Bereich sei gewachsen.

Marktanteil ausgebaut

Während der österreichische PC-Markt im Vorjahr um 5,6 Prozent geschrumpft sei, habe Compaq seinen Marktanteil in diesem Bereich auf rund 19 Prozent ausbauen können. Damit sei Compaq Marktführer, führte Schweiger unter Bezugnahme auf vorläufige Zahlen des Marktforschers IDC weiter aus. Unangefochten an der Spitze stehe Compaq mit einem Marktanteil von 45 Prozent auch am österreichischen Servermarkt. Im Desktopmarkt dominiere Compaq mit rund 23 Prozent Marktanteil.

"Unerwartet hohe Akzeptanz der Wirelesskompetenz"

Im Jahr 2001 habe Compaq seine regionale Präsenz in Österreich verstärkt, neue Vertriebskanäle und neue strategische Partnerschaften - etwa mit BMW - aufgebaut. Ein weiteres Highlight im vergangenen Jahr stelle die "unerwartet hohe Akzeptanz der Wirelesskompetenz und die positive Resonanz auf die Produktinnovationen auf diesem Gebiet dar", so Schweiger. Das Wachstum in diesem Bereich habe 500 Prozent betragen. Compaq werde auch verstärkt als kompetenter Storagelösungspartner gesehen.

Die Finanzdienstleister, Telekom-Unternehmen, den öffentlichen Sektor und das Gesundheitswesen bezeichnete Compaq-Vertriebsdirektor Christian Maranitsch neben dem Consumer Markt und den Businesskunden als die Compaq-Zielmärkte für 2002. Die wichtigsten IT-Themen werden Industriestandards, Storage-Lösungen, mobile Lösungen und Sicherheit einschließlich hoher Verfügbarkeit und Leistung sein.

Mit Blick auf die morgen, Donnerstag, anstehende Entscheidung der EU über den angekündigten Merger von Hewlett-Packard (HP) und Compaq meinte Schweiger, er hoffe auf keine Überraschung und wies darauf hin, dass im März Hauptversammlungen der beiden Unternehmen stattfinden werden.(APA)

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    Compaq Österreich-Geschäftsführer Herbert Schweiger

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