General Partners wird liquidiert

30. Jänner 2002, 15:27
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Kein Konzept für Weiterführung der Immobilienfirma

Wien - Die zuletzt im Anschlusskonkurs befindliche Wiener Immobilienfirma General Partners Immobilienbesitz AG (GPI) wird liquidiert, nachdem der Vorstand kein Konzept für den Fortbetrieb vorgelegt hat. Die Gläubiger schauen schlimmstenfalls durch die Finger. Die GPI notierte auch an der Wiener Börse, seit August 2001 sind die Wertpapiere vom Börsenhandel ausgesetzt. Die Kleinaktionäre, denen kein Gläubigerstatus zukommt, werden sicher leer ausgehen.

"Ich muss noch laufen und raufen, um für die Gläubiger eine spürbare Quote zu erzielen", sagte Masseverwalter Karl Engelhart am Mittwoch zur APA. Abhängig sei dies unter anderem von einer optimalen Verwertung der Liegenschaften. Engelhart sprach dabei von einem Erlös von ungefähr 10 Mill. Euro (etwa 140 Mill. S). In diesem Fall wäre eine Quote von 10 bis 15 Prozent möglich. "Derzeit haben wir freilich eine Null-Quote", betonte der Wiener Rechtsanwalt.

Schätzwert von mehr als 5,8 Millionen Euro

Zur Verwertung stehen laut Engelhart neben kleineren Objekten in Wien vor allem der Schlosskomplex Freyenthurn am Wörthersee in Klagenfurt mit einem Schätzwert von mehr als 5,8 Mill. Euro, ein Büroturm im steirischen Leoben (Schätzwert: 2,9 Mill. Euro) sowie eine Wohnanlage in Pörtschach (Kärnten) mit 1,4 Mill. Euro Schätzwert. Am Erwerb von Freyenthurn habe die Stadt Klagenfurt Interesse bekundet.

An Forderungen seien von den Gläubigern - darunter der Creditanstalt (CA) als größtem - bis dato insgesamt 29,8 Mill. Euro angemeldet worden (410 Mill. S), sagte Engelhart nach der heutigen Prüfungs- und Berichtstagsatzung. Davon seien 10,4 Mill. Euro anerkannt, 19,4 Mill. Euro würden bestritten.

Die GPI (vormals Residenz Realbesitz), deren Geschäftsbetrieb nun aufgelöst wird, gehörte mehrheitlich zur verschachtelten Firmengruppe von Wolfgang Kössner, der von Staatsanwalt bzw. Sicherheitsbehörden der Finanzbetrügereien verdächtigt wird. Kössner wurde Mitte Jänner 2002 aus seiner fast 6-monatigen Untersuchungshaft entlassen, sein Strafverfahren ist aber weiter anhängig. (APA)

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