Afrikanische Regierungen drängen auf mehr UN-Unterstützung

30. Jänner 2002, 15:02
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Appell an Sicherheitsrat, Entwicklung afrikanischer Länder nicht zu vernachlässigen

New York - Afrika befürchtet, dass durch die Konzentration auf den Anti-Terror-Kampf seine eigenen Konflikte wie Armut und die Aids-Problematik weniger Beachtung bei der internationalen Gemeinschaft finden könnten. Minister mehrerer afrikanischer Regierungen appellierten in einer offenen Debatte im Weltsicherheitsrat an die Vereinten Nationen, die Entwicklung ihrer Länder angesichts des Wiederaufbaus von Afghanistan nicht zu vernachlässigen.

Der Beauftragte der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, bestätigte in der bis Mittwoch früh dauernden Debatte, es gebe mehr und mehr Anzeichen dafür, "dass die Afrikaner selbst die Verantwortung für Frieden, Sicherheit und Stabilität auf ihrem Kontinent übernehmen". Dennoch entfielen einige Bereiche der Konfliktbewältigung und des Friedensprozesses weiterhin auf die Vereinten Nationen.

Die stellvertretende UNO-Generalsekretärin, Louise Frechette, erklärte den Ministern, dass die UNO zu einer engeren Kooperation mit Afrikas regionalen Einrichtungen bereit seien. Doch "ohne echten politischen Willen - seitens der afrikanischen Führer mit ihrem Einsatz für den Frieden und seitens der Sicherheitsratsmitglieder mit entschiedenen Aktionen zu Gunsten Afrikas - kommen wir nicht weit", sagte Frechette. (APA/dpa)

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