Joanneum Research nimmt europäische Bioenergieforschung unter die Lupe

31. Jänner 2002, 21:47
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EU-Kommission betraut Grazer Forscher mit Millionenauftrag

Graz - In welche Richtung soll die europäische Bioenergieforschung in Zukunft gehen? Die Antwort darauf soll in den kommenden eineinhalb Jahren die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research finden. Zu diesem Zweck wurde die landeseigene Forschungsinstitution dieser Tage von der Europäischen Kommission mit dem 1,4 Mio.-Euro-Projekt "Bioenergieforschung" betraut.

Nach Analyse des aktuellen Forschungsstandes in den 24 europäischen Ländern will man darin zu Zielvorgaben für die zukünftigen Forschungsprogramme auf dieser Ebene kommen, erklärte Joanneum-Sprecher Hans-Peter Weingand. Die Erhebungen werden vom Institut für Energieforschung der Joanneum Research unter der Leitung von Josef Spitzer durchgeführt.

Fragen

Wer forscht wo an der Verbesserung von biomassebefeuerten Heizungsanlagen, wer entwickelt umweltverträgliche Kälte- und Klimaanlagen, gibt es europäische Fortschritte in der Entwicklung von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung bei Biomassefeuerungen und hat diese Arbeit im europäischen bzw. globalen Kontext gesehen überhaupt einen Sinn? Mit diesen und einer langen Reihe ähnlicher Fragen werden sich die Experten des Joanneum Research in den kommenden 18 Monaten beschäftigen.

Hierzu wird als erster Schritt eine Analyse der spezifischen Forschungsprojekte in den einzelnen europäischen Ländern durchgeführt, in welcher dann auch die Forschungsziele und -programme verglichen und Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden", so der Sprecher. Auf der Basis dieser Analyse werden dann Vorschläge für die Struktur und Inhalt der Bioenergieforschung des Europäischen Forschungsraumes erarbeitet. Hier soll sich dann auch klären , welche Kompetenznetzwerke und Großvorhaben eingerichtet werden sollen.

Wettbewerb

Hinter dem Forschungsauftrag der Europäischen Kommission liegt das Bestreben der Kommission, der amerikanischen und japanischen Herausforderung bei der Technologieentwicklung, eigene Forschungsstrategien entgegenzusetzen. In Zusammenhang des angestrebten "Europäischen Forschungsraums" (EFR) will man sich besser mit allen 24 europäischen Ländern (EU-Mitglieder und Beitrittskandidaten) koordinieren. So stellt die Kommission nun 1,4 Mio. Euro (19,2 Mio. Schilling) für die Strategieentwicklung am Bioenergiesektor zur Verfügung.(APA)

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