Kindersicherung: Glatte "Fünf" für Eltern

30. Jänner 2002, 10:37
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ÖAMTC-Studie weist teils katastrophale Gurte- Moral aus: 38 Prozent aller Kinder ungeschützt

Wien - Österreichs Schulkinder sehen der Verteilung der Semester-Zeugnisse entgegen, auch der ÖAMTC verteilt "Noten": "Wenn es um die richtige Kindersicherung im Auto geht, müssen sich viele Österreicher auf einen 'Fünfer' im Zeugnis gefasst machen", kritisierte Verkehrssicherheitsexpertin Eva Wurm.

Laut einer ÖAMTC-Studie wird in punkto Kindersicherung im Auto wenig Sorgfalt an den Tag gelegt: Nur 70 Prozent aller Sprösslinge bis zwölf Jahre fahren demnach geschützt im Pkw mit. Bei Volksschulkindern seien nur sieben Prozent richtig mit einem Rückhaltesystem, 55 Prozent seien schlecht gesichert. Der Rest, ganze 38 Prozent, sei völlig ungeschützt unterwegs. "Das ist ein klareres 'Nicht genügend' für die Gurte-Moral der Österreicher", so Wurm.

Auch eine Studie der Automobilclubs weltweit hat sich mit dem Thema befasst. Was die Sicherungsrate innerhalb der EU betrifft, gelten die skandinavischen Länder als vorbildlich. "Musterschüler" ist Dänemark, mit 95 Prozent gesicherter Kinder an erster Stelle. Auch Norwegen kann seinen Autofahrern ein gutes Zeugnis ausstellen: 85 Prozent sichern ihre Kinder bei Fahrten im Stadtgebiet, auf Autobahnen liegt die Rate bei 92 Prozent. Schlechter als Österreich fällt die Notenvergabe für Deutschland mit rund 60 Prozent Sicherungsrate aus. Schlusslicht ist, wie so oft bei Verkehrssicherheitsthemen, Portugal, wo nur 30 Prozent der Kinder im Auto ausreichend geschützt sind.

"Musterschüler" und "Durchfaller" außerhalb der EU: 95 Prozent Kindersicherung in Australien und 87 Prozent in Neuseeland sind internationale Spitzenwerte. Japan liegt mit mit 65 Prozent in etwa gleich mit Deutschland, Panama mit 30 Prozent am unteren Ende der Skala.

In den Semesterferien werden sich wieder Tausende Familien auf in den Skiurlaub machen. Die ÖAMTC-Expertin appelliert an die Eltern, dem Schutz ihres Nachwuchses oberste Priorität einzuräumen: "Wer seine Kinder liebt, der sichert sie. Vor allem wegen der großen Vorbildwirkung müssen natürlich auch die Eltern durch das zur Selbstverständlichkeit gewordene Gurtanlegen immer mit gutem Beispiel vorangehen."(APA)

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