Palästinensergruppe Hamas weist "ungerechte Drohungen" Bushs zurück

30. Jänner 2002, 11:42
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Iranischer Ex-Präsident Rafsandjani spricht von "grundlosen kriegslustigen Anschuldigungen"

Gaza/Teheran - Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat die Warnungen von US-Präsident George W. Bush in dessen Rede zur Lage der Nation zurückgewiesen. Die "ungerechten Drohungen" zeigten die "Feindseligkeit" der USA gegenüber dem palästinensischen Volk, sagte einer der Hamas-Anführer, Ismail Hamija, am Mittwoch in Gaza. Die Palästinenser seien weiterhin bereit, gegen die "israelische Besatzung" zu kämpfen. Bush hatte vor dem Kongress angekündigt, dass er Terroristen weltweit verfolgen werde.

Als Ziele seiner Kampagne nannte er unter anderem die Hamas und die Palästinenserorganisation Islamischer Jihad sowie die schiitische Hisbollah-Miliz.

Rafsandjani wirft Bush "falsche Logik" vor

Der frühere iranische Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsandjani hat die Warnungen von US-Präsident George W. Bush an die iranische Republik zurückgewiesen. Bush habe bei seiner Rede zur Lage der Nation "grundlose kriegslustige Anschuldigungen" gemacht, sagte Rafsandjani am Mittwoch bei einer Konferenz in Teheran. Diese "falsche Logik" sei "sehr seltsam", zumal Bush mit gerade mal einem Viertel der Wählerstimmen und nur mit Hilfe der Justiz ins Amt gekommen sei. Zudem sei es "inakzeptabel", die Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad sowie die libanesische Hisbollah-Miliz als "Terroristen" zu bezeichnen.

Bush hatte in seiner Rede vor dem Kongress in der Nacht zu Mittwoch ein entschiedenes Vorgehen gegen "Schurkenstaaten" angekündigt, die an Massenvernichtungswaffen arbeiteten. Er nannte den Irak, den Iran und Nordkorea "und ihre terroristischen Verbündeten" eine "Achse des Bösen".

Rafsandjani ist Vorsitzender des einflussreichen Schlichterrates und gilt als enger Vertrauter des konservativen geistlichen iranischen Führers Ali Khamenei. Der Iran unterstützt die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Jihad sowie die pro-schiitische Hisbollah mit mehreren hundert Millionen Dollar jährlich. (APA)

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