Skopje: General kündigt Verlängerung der NATO-Mission an

30. Jänner 2002, 06:45
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Kommandant Heinz-Georg Keerl: "Es gibt immer ein paar Extremisten, die auf Abenteuer aus sind."

Skopje/Prizren - Der Kommandant der NATO-Schutztruppe in Mazedonien, der deutsche Brigadegeneral Heinz-Georg Keerl, hat eine Verlängerung der Mission in dem Balkanstaat angekündigt. In einem Interview mit der Bundeswehrfeldzeitung der Friedenstruppe im benachbarten Kosovo sagte er zugleich, es gebe aus militärischer Sicht keine Anzeichen für ein Aufflammen der Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Regierungstruppen im Frühjahr. Ob Deutschland die Führung über die Truppe abgebe, sei noch nicht entschieden.

"Es gibt immer ein paar Extremisten, die auf Abenteuer aus sind. Aber Hinweise, dass die Albaner etwas vorhaben, gibt es nicht", sagte der General der Armeezeitung "Maz&More" (Prizren). "Ich sehe mit Sorge, dass manche Leute in der mazedonischen Regierungs- und Bevölkerungsschicht einen neuen Konflikt anscheinend geradezu herbei reden wollen", sagte er weiter. Dies trage nicht zur Vertrauensbildung bei, die für die Rückkehr der Polizeitruppen in die Krisengebiete nötig sei.

Die Rückkehr dieser Kräfte wird nach Einschätzung des Generals nicht bis zum 27. März, dem Endes des jetzigen Mandats für die Schutztruppe "Task Force Fox", abgeschlossen sein. "Es wird eine neue NATO-Mission geben, quasi eine Verlängerung des Fox-Mandats", sagte Keerl der am Mittwoch erscheinenden Zeitung. "Über die Fragen, wie das Mandat zu Stande kommt, wird derzeit auf allen möglichen Ebenen der NATO in Brüssel - auf militärischer wie auf politischer Ebene - und in den Hauptstädten der europäischen Länder, die als Lead-Nation in Frage kommen, diskutiert."

Für die Mission "Amber Fox" (Bernsteinfarbener Fuchs) sind in Mazedonien 700 Soldaten stationiert worden, davon etwa 500 aus Deutschland. Sie sollen internationale Beobachter schützen, die von der EU und der OSZE gestellt sind. Diese überwachen die Rückkehr der Polizei und begleiten den politischen Reformprozess, der der albanischen Volksgruppe mehr Rechte bringen wird.(APA/dpa)

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