Deutscher Bundestag sagt Ja zu Stammzellen-Import

30. Jänner 2002, 18:41
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... doch nur unter strengen Auflagen

Berlin - In Deutschland sollen künftig embryonale Stammzellen unter strengen Auflagen für Forschungsvorhaben importiert werden dürfen. Der Bundestag stimmte am Mittwoch nach mehrstündiger Debatte mit 340 Stimmen für einen entsprechenden Kompromissantrag der Abgeordneten Margot von Renesse (SPD), Maria Böhmer (CDU) und Andrea Fischer (Grüne). Für ein Importverbot stimmten 265 Abgeordnete. Zehn Parlamentarier stimmten mit Nein, zwei enthielten sich. In einem ersten Wahlgang hatten die Parlamentarier zuvor die weitgehende Freigabe der Zelleinfuhr abgelehnt.

Der Bundestag muss nun ein Gesetz verabschieden, der nur die Einfuhr embryonaler Stammzellen erlaubt, die bis zu einem bestimmten Stichtag hergestellt wurden. Damit soll verhindert werden, dass die Zellen für die Einfuhr nach Deutschland hergestellt werden. Die Herstellung embryonaler Stammzellen in Deutschland bleibt verboten. Für diesen Antrag hatte sich auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ausgesprochen.

Die Import-Gegner hatten gewarnt, durch den Import würden die Türen für weitergehende gentechnische Forschungsmethoden geöffnet. Sie lehnen die Forschung mit Embryo-Zellen zudem ab, da für die Herstellung der Zellen Embryos in der Größe weniger Zellen getötet werden. Wissenschaftler versprechen sich von der Forschung mit Embryo-Stammzellen die Entwicklung neuer Therapien für schwere Krankheiten. (Reuters)

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