Gewinnbeteiligung in Schönbrunn

29. Jänner 2002, 20:37
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Fixe Mitarbeiter im Schloss erhalten Prämien, die sich am Betriebsergebnis orientieren

Wien - Marktwirtschaftliche Motivation in der Kaiserresidenz: Die fixen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schloss Schönbrunn Kultur-und Betriebs Ges.m.b.H. werden künftig direkt am Erfolg des Unternehmens beteiligt, kündigte Geschäftsführer Franz Sattlecker an.

Künftig gilt folgende Regelung: Die voll beschäftigten Mitarbeiter erhalten Prämien, die sich am operativen Ergebnis der Schloss-Gesellschaft orientieren. Und zwar vor den Investitionen in die Anlage. "Steigt dieses operative Ergebnis beispielsweise von 7,27 auf 7,63 Millionen Euro, so wird der Zuwachs von 360.000 Euro zwischen der Gesellschaft und den gut 150 Beschäftigten aufgeteilt. 90 Prozent erhalten die Mitarbeiter - nur zehn Prozent bleiben bei der Schönbrunn-Gesellschaft", erläutert Sattlecker. Dieser Verteilungsschlüssel gilt beim Ergebniszuwachs für die ersten acht Prozent. Für noch höhere Erträge ist eine schrittweise Einschleifregelung zugunsten des Unternehmens vereinbart. Unter dem Strich kann die erzielte Vereinbarung den Mitarbeitern bis zu zwei Monatsgehälter pro Jahr zusätzlich auf das Konto bringen.

Novität

Sattlecker betont: "Erstmals verwendet damit ein staatlich ausgegliedertes Unternehmen das privatwirtschaftliche Lenkungsinstrument der Mitarbeiterbeteiligung. Für den Kulturbereich ist dieser Schritt überhaupt eine Novität."

Entwickelt wurde das Modell in Schönbrunn mit Unterstützung von WU-Professor Wolfgang Mayrhofer und in intensiven Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. Letzterem ging es vor allem darum, besondere Leistungen in Spitzenjahren, wie zum Beispiel im Sisi-Jahr, auch abgegolten zu bekommen.

Mit dem Ergebnis ist nun auch der Eigentümervertreter, Minister Martin Bartenstein (VP) zufrieden: Es sei "schön, wenn ausgegliederte Strukturen sich so verhalten wie die Privatwirtschaft. Langfristig kann ein Unternehmen nur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern Erfolg haben." (frei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.1.2002)

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    Mehr Geld für die Mitarbeiter: Schloß Schönbrunn ist ein beliebtes Ausflugsziel für Staatsoberhäupter (im Bild: Ex-US- Präsident Bill Clinton)

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