Karsai sucht Sicherheit in den USA

29. Jänner 2002, 20:21
2 Postings

Bush verspricht Kredit, aber keine Beteiligung an Friedenstruppe

Washington - Der afghanische Premier Hamid Karsai hat den Wunsch nach einer Ausweitung der UNO-Friedenstruppe bekräftigt. Bis eine nationale Armee einsatzbereit sei, brauche das afghanische Volk eine Sicherheit dafür, "dass Afghanistan nicht ins Chaos zurückfällt", sagte Karsai am Montag in Washington.

Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush erneut eine Beteiligung der USA an der internationalen Friedenstruppe abgelehnt. Die USA würden aber bereitstehen zu helfen, sollte die Friedenstruppe in Schwierigkeiten geraten.

Bush sagte der Interimsregierung in Kabul einen Kredit über 50 Millionen Dollar (58,3 Millionen Euro) zu, mit dem private Projekte zum Wiederaufbau des Landes finanziert werden sollen. Karsai war am Montag als erster Regierungschef seines Landes seit 39 Jahren in Washington empfangen worden. Er dankte den USA für deren entscheidenden Beitrag zum Sturz der Taliban.

Auslieferung versprochen

Zugleich versprach der Chef der afghanischen Interimsregierung, er werde den mutmaßlichen Terroristenführer Osama Bin Laden ebenso wie den gestürzten Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar an die USA ausliefern, falls sie gefasst würden.

Seine Landsleute in den USA rief Karsai zur Rückkehr in ihre Heimat auf. Fast die gesamte afghanische Mittelschicht habe in den vergangenen Jahrzehnten das Land verlassen. Afghanistan erwägt die Einführung des US-Dollars als Währung, um den Geldmarkt zu stabilisieren und die sieben Sorten der Nationalwährung Afghani zu ersetzen. Auch ein Vertreter des Internationalen Währungsfonds in Afghanistan sprach sich für den Dollar aus. (dpa, AFP)

(DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2002)
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.