Litauen will Ignalina-Schließung in EU-Beitrittsvertrag festlegen

29. Jänner 2002, 18:35
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Zweiblöckiges AKW gilt als unsicher

Vilnius - Die litauische Regierung will die Schließung des umstritten Atomkraftwerks Ignalina im EU-Beitrittsvertrag festschreiben. Ministerpräsident Algirdas Brazauskas schrieb in einem Brief an EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen, das Stilllegungsdatum und die Finanzierungsmodalitäten sollten in dem Beitrittsvertrag zwischen Litauen und der EU festgelegt werden. Dies teilte Brazauskas am Dienstag in Vilnius (Wilna) mit.

Die EU drängt Litauen auf einen verbindlichen Abschalttermin für Ignalina. Das zweiblöckige Atomkraftwerk ist vom Typ Tschernobyl und gilt unter westlichen Experten als unsicher. Litauen hat sich verpflichtet, Block Eins bis 2005 vom Netz zu nehmen, über den zweiten Block ist bisher keine Entscheidung gefallen. Im Lande werden erhebliche Energiepreissteigerungen befürchtet, da Ignalina rund 70 Prozent des Elektrizitätsbedarfs deckt.

Der Meiler gilt als eines der Haupthindernisse für den von Litauen für 2004 angestrebten EU-Beitritt. Beide Seiten sollten auch die Kosten als europäische Aufgabe ansehen, schrieb Brazauskas. Bisher haben die EU und Geberländer bereits Finanzhilfen von gut 200 Millionen Euro für die Schließung von Ignalina garantiert. (APA/dpa)

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