KZ-Gedenkstätte Dachau wird neu gestaltet

29. Jänner 2002, 18:14
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Auf dem "Weg der Häftlinge" betreten die Besucher die Gedenkstätte künftig auf dem Weg der Inhaftierten

Dachau - Unter dem Leitmotiv "Weg der Häftlinge" will die KZ-Gedenkstätte Dachau bei München künftig über Leben und Leiden der von den Nazis Inhaftierten informieren. Bei der Neugestaltung der der Ausstellung in der Gedenkstätte werden Video-Interviews eingesetzt. Nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte am Dienstag wurden bereits 50 Gespräche aufgezeichnet. Der erste Abschnitt der neuen Ausstellung soll am 3. Mai eröffnet werden. Sie ist durchgängig auch in Englisch gehalten.

Für die Neugestaltung stellten die Bundesregierung und das Land Bayern zusammen 2,25 Millionen Euro (31,0 Mill. S) zur Verfügung. Außerdem fließen aus Bundes- und Landesmitteln 4,86 Millionen Euro in die erforderlichen Baumaßnahmen.

Auf dem "Weg der Häftlinge" betreten die Besucher die Gedenkstätte künftig auf dem Weg der nach Dachau Verschleppten. Diese kamen auf der "Straße der SS" (heute: "Straße der KZ-Opfer") an. Nach den Eingangsstationen betritt der Besucher den Westflügel des Wirtschaftsgebäudes, in dem die neue Hauptausstellung beginnt.

Schon kurz nach Hitlers Machtergreifung die ersten Häftlinge in Dachau eingesperrt. Es wurde zum "Modell" für die vielen später errichteten Konzentrationslager. Als Ausbildungsstätte für die SS Dachauer nach Erkenntnis von Historikern zur "Mörderschule der SS". Die Zahl der Umgekommenen ist unklar. In den Lager-Unterlagen sind fast 32.000 Todesfälle festgehalten, aber viele Exekutionen sowie die Erschießung tausender russischer Kriegsgefangener blieben unerfasst. Dachau ist mit jährlich bis zu 800.000 Besuchern die meistbesuchte KZ-Gedenkstätte in Deutschland. (APA)

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