France Telecom trifft Umsatzerwartungen für 2001

29. Jänner 2002, 16:21
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Plus 28 Prozent auf 43 Milliarden Euro - Umsatz pro Kunde bei Mobilfunktochter Orange gesunken

Der führende französische Telekommunikationskonzern France Telecom hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr wie von Analysten erwartet deutlich gesteigert und rechnet auch im laufenden Jahr mit einem weiteren Zuwachs. Während sich die zuletzt sinkenden Marktanteile im französischen Festnetzgeschäft stabilisiert hätten, wären bei den Töchtern im Mobilfunk, im Datengeschäft und im Internet die Margen gestiegen, teilte der mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Konzern am Dienstag in Paris mit. Bei der Mobilfunktochter Orange wirkte sich das Kundenwachstum negativ auf den Umsatz pro Kunde aus.

Umsatz um 28 Prozent gesteigert

Die auf das Festnetzgeschäft in Frankreich und rund 75 weiteren Ländern fokussierte Muttergesellschaft France Telecom setzte den Angaben zufolge im Jahr 2001 mit 43,03 Mrd. Euro rund 28 Prozent mehr um als im Vorjahr. Damit wurden die Prognosen der Analysten und des Unternehmens getroffen. Ohne die Konsolidierungen von Orange und der Datengeschäft-Tochter Equant betrug das Umsatzplus rund acht Prozent.

Weitere Zuwächse geplant

Für das laufende Jahr prognostizierte France Telecom einen zweistelligen Umsatzzuwachs. Auf Grund des erwarteten Wachstums breitbandiger Anschlüssen im Festnetz und Mobilfunk sei im vierten Jahr in Folge mit einem Umsatzplus in zweitstelliger Höhe zu rechnen, sagte France-Telecom-Chef Michel Bon. Zur Gewinnsituation und zu dem sich zuletzt auf rund 65 Mrd. Euro belaufenden Schuldenstand machte der Konzern keine Angaben. Details sollen Ende März bekannt gegeben werden.

Orange mit großem Anteil am Umsatz

Rund ein Drittel des Konzernumsatzes steuerte 2001 der drittgrößte europäische Mobilfunkanbieter Orange bei. Bei einem Anstieg der weltweiten Kundenzahl von Orange im vergangenen Jahr um 29 Prozent auf 39,3 Millionen, erhöhte sich der Umsatz dagegen nur um 25 Prozent, was minimal über den Erwartungen der Analysten lag. Die bei den zuletzt unter Margenverfall leidenden Mobilfunkunternehmen wichtige Kennzahl der Durchschnittsumsätze pro Kunde sank vor allem in den beiden Kernmärkten Frankreich und Großbritannien.

Wesentliche Unterschiede zur Konkurrenz

Auf Jahresbasis verringerte sich bei Orange der jährliche Durchschnittsumsatz pro Kunde in Frankreich auf 392 Euro von 426 Euro ein Jahr zuvor. In Großbritannien nahm der Durchschnittsumsatz auf 246 von 280 Pfund ab, wobei sich nach Unternehmensangaben zuletzt eine Stabilisierung andeutete. Orange begründete die sinkenden Erlöse pro Kunde mit einem schnellen Kundenwachstum. Dies unterschied sich jedoch nicht wesentlich von der Konkurrenz. In Frankreich baute Orange seinen Marktanteil von 48 Prozent geringfügig aus.

Rund 20 Mrd. Euro Umsatz erwirtschafte France Telecom im inländischen Festnetz, weitere sieben Mrd. Euro im Festnetzgeschäft im Ausland. Das Wachstum in Frankreich blieb deutlich hinter den Zuwächsen im internationalen Geschäft zurück. Die mit drei Mrd. Euro kleinere Konzernsparte Equant bekräftigte die frühere Prognose, im vierten Quartal 2001 beim operativen Ergebnis (vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) einen positiven Wert erreicht zu haben. Bei der Internet-Tochter Wanadoo waren den jüngsten Unternehmensangaben zufolge 2001 die Umsätze um 40 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro gestiegen und die Kundenzahl auf mehr als sechs Millionen verdoppelt worden.(APA/Reuters)

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