Jugoslawien: Nach Parlamentsniederlage droht DOS-Bündnis zu zerfallen

29. Jänner 2002, 15:47
posten

Kandidat der Demokratischen Partei Serbiens für den Finanzminister fiel durch - Neuer Verteidigungsminister

Belgrad - Das jugoslawische Regierungsbündnis DOS droht zu zerfallen, nachdem das Bundesparlament am Dienstag den Kandidaten der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) für das Amt des Finanzministers abgelehnt hat. Dragan Marsicanin erhielt nur 60 der 126 Abgeordnetenstimmen in der Bürgerkammer des Bundespparlaments, während ein Vertreter der montenegrinischen Sozialistischen Volkspartei (SNP), Velimir Radojevic, problemlos zum Verteidigungsminister gewählt wurde.

Die Demokratische Partei Serbiens ist die größte Partei des aus 18 Gruppierungen bestehenden DOS-Bündnisses. Im vorigen August hatte sie sich nach einem Koalitionsstreit bereits aus der serbischen Regierung zurückgezogen. Nun stellt sie auch in der föderalen Regierung keinen Minister mehr. Wird die Krise nicht gelöst, wird das DOS-Bündnis als Koalition von 18 politischen Parteien auseinanderbrechen.

Gerüchte dementiert

Marsicanin war nach der Parlamentswahl in Serbien im Dezember 2000 zum serbischen Parlamentspräsidenten bestellt worden. Er musste allerdings im Dezember des Vorjahres unter dem Druck der Bündnispartner zurücktreten.

Die beiden Ministerposten waren am 16. Jänner vakant geworden, nachdem die damaligen Minister, Slobodan Krapovic (SNP) und Aleksandar Rankovic (DSS) zurückgetreten waren. Die SNP dementierte damals Gerüchte, dass hinter dem Rücktritt von Krapovic Meinungsverschiedenheiten des Ministers mit dem umstrittenen Generalstabschef Nebojsa Pavkovic stünden. (APA)

Share if you care.