Yassin: "Israel würde Arafat niemals töten oder stürzen"

29. Jänner 2002, 14:32
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Hamas-Gründer bekräftigt seine Unterstützung für Arafat, dem "Führer der Palästinenser"

Gaza - Scheich Ahmed Yassin, Gründer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung hat bekräftigt, Palästinenserpräsident Yasser Arafat sei der "Führer des palästinensischen Volkes". In einem Gespräch mit der palästinensischen Zeitung "Al Kuds" vom Dienstag sagte Yassin, Arafat werde von allen Palästinensern unterstützt. Der geistige Hamas-Führer reagierte damit auf Äußerungen von Mussa Abu Marsuk, einem ranghohen Hamas-Mitglied in Damaskus, der in einem Interview gesagt hatte, Arafat habe bei seinem Volk erheblich an Beliebtheit verloren.

"Israel würde Arafat niemals töten oder stürzen", meint Yassin. "Kein Nachfolger Arafats würde jemals die israelische Politik des Diktats akzeptieren und die unfairen Verträge ablehnen, die den Palästinensern ihre legitimen Rechte verweigern." Aus Hamas-Kreisen verlautete, Yassin habe sich telefonisch bei Arafat für die Äußerungen Marsuks entschuldigt. Arafat kann Ramallah auf israelische Anordnung seit zwei Monaten nicht verlassen.

"Hamas unterstützt Arafat, der auf unfaire Weise von der israelischen Armee blockiert wird", sagte Yassin. "Wir warnen Israel davor, Arafat etwas zu Leide zu tun, weil dies nur zu mehr Gewalt und Blutvergießen führen würde."

Hamas lehnt die von Arafat mit Israel unterzeichneten Friedensverträge ab und hat seit 1994 Dutzende blutiger Selbstmordanschläge verübt, bei denen Hunderte von Israelis getötet wurden. (APA/dpa)

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