Liebscher sieht Konjunkturaufschwung

29. Jänner 2002, 14:18
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OeNB-Gouverneur zieht positive Zwischenbilanz nach drei Jahren Währungsunion

Wien - Einen durchaus positiven Konjunkturausblick gibt der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und EZB-Ratsmitglied Klaus Liebscher. "Nach einem voraussichtlich noch etwas verhaltenen 1. Quartal 2002 sollte im weiteren Jahresverlauf der Wirtschaftsaufschwung wieder zunehmend stärker werden", so Liebscher am Dienstag bei einem Vortrag vor dem Swedish Management Forum in Wien.

Liebscher zog bei dieser Gelegenheit eine sehr positive Zwischenbilanz nach drei Jahren Währungsunion: Nach der erfolgreichen Einführung des Eurobargeldes seien die positiven Effekte von Währungsunion und Euro bereits sehr konkret spürbar. Wechselkursschwankungen und daraus resultierende volkswirtschaftliche Verzerrungen gehörten seit 1999 der Vergangenheit an.

Transaktionskosten für Handel deutlich reduziert

Darüber hinaus habe der Euro die Transaktionskosten für Handel und Tourismus im Eurogebiet deutlich reduziert, zu grenzüberschreitender Preistransparenz und damit Wettbewerb und Effizienz entscheidend beigetragen, die europäische Kapitalmarktintegration beschleunigt und schließlich auch zu besser koordinierten und qualitätsorientierten Wirtschaftspolitiken geführt, so Liebscher laut Redetext.

Das unabhängige Eurosystem - also die Europäische Zentralbank (EZB) und die derzeit 12 nationalen an der Währungsunion teilnehmenden Notenbanken - habe sich als stabiler Anker bewährt und seine Handlungsfähigkeit auch in den schwierigen Zeiten nach dem 11. September eindrucksvoll bewiesen. Die vorausschauende Geldpolitik des EZB-Rates bestätige sich nun in der rückläufigen Inflationsentwicklung. Liebscher wies auch darauf hin, dass die Wirtschaft des Euroraumes im Konjunkturabschwung deutlich stärker gewachsen sei als jene in den USA.

Nun liege es nicht allein an der Geldpolitik des EZB-Rates, dass die Währungsunion ein Erfolg bleibe. Auf gesamteuropäischer Ebene blieben insbesondere die Fiskal- und Strukturpolitik weiter gefordert, betonte Liebscher. In diesem Sinne begrüße er die verstärkten Koordinationsbemühungen der europäischen Regierungen und speziell auch die entsprechenden Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung.(APA)

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