Schicksal eines US-Journalisten beschäftigt USA und Pakistan

29. Jänner 2002, 16:05
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Seit einer Woche vermisst und vermutlich entführt

Das Schicksal eines seit einer Woche in Pakistan vermissten amerikanischen Journalisten beschäftigt die höchsten Stellen in Washington und Islamabad. Am Montag teilte das Weiße Haus mit, dass alles unternommen werde, um die Freilassung des Reporters zu erreichen. Der für die New Yorker Zeitung "The Wall Street Journal" arbeitende Daniel Pearl verschwand am 23. Jänner, als er sich in Karachi mit Mitgliedern einer extremistischen islamischen Organisation treffen wollte, der Verbindungen zu Osama Bin Ladens Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt werden.

Pearl ist kein CIA-Mitglied

In einer E-Mail, die am Sonntag mehreren Zeitungen in den USA zuging, bekannte sich eine Gruppe namens Nationale Bewegung für die Wiederherstellung der Souveränität Pakistans zu der Entführung. Die pakistanische Polizei ließ jedoch verlauten, dass ihr eine solche Organisation unbekannt sei. Es sei hingegen wahrscheinlich, dass der Journalist von der Gruppe Harkat ul-Mujahedeen gekidnappt worden sei, die Verbindungen zu El Kaida unterhalte. In dem Scheiben wird Pearl beschuldigt, ein Agent des US-Geheimdienstes CIA zu sein. Dem haben das "Wall Street Journal" und die CIA widersprochen. Fleischer erklärte am Montag, Pearl sei ein Journalist, der nur seine Arbeit tun wollte.

Die Forderung für Freilassung

Als Bedingung für Pearls Freilassung verlangen die Entführer, dass Pakistanis, die von den USA in Guantanamo auf Kuba interniert sind, freien Zugang zu ihren Anwälten und Besuch von ihren Familien erhalten. Außerdem verlangen sie die Freilassung Abdul Salam Saifs, der bis zum Sturz des Taliban-Regimes Sprecher und Botschafter Kabuls in Pakistan war. (APA)

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