Slowakei: Oppositionelle Meciar-Partei führt in der Wählergunst

29. Jänner 2002, 13:39
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Regierungsparteien verlieren Popularität - Slowakische Linke vor der Katastrophe

Preßburg - Die oppositionelle "Bewegung für eine demokratische Slowakei" (HZDS) mit Ex-Ministerpräsident Vladimir Meciar an der Spitze würde bei Neuwahlen derzeit stimmenstärkste Partei werden. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die vom Meinungsforschungsinstitut MVK zwischen 18. und 24. Jänner durchgeführt wurde. Der Umfrage zufolge liegt die HZDS derzeit bei 29,9 Prozent, die Partei von Robert Fico "Smer" (Richtung) bei 16,3 Prozent. Die drittstärkste politische Gruppierung ist die Partei der ungarischen Koalition (SMK) mit 11,2 Prozent der potentiellen Stimmen.

Die Slowakische Demokratische und Christliche Union (SDKU) von Ministerpräsident Mikulas Dzurinda erreicht lediglich 7,6 Prozent. Die Christdemokraten (KDH) haben die Unterstützung von 7, 2 Prozent der Wähler, die Partei des neuen Bürgers (ANO) liegt bei 7,3 Prozent. Die Präferenzen für die Slowakische Nationalpartei (SNS) liegen derzeit bei 5,3 Prozent.

Sinkende Unterstützung

Unter der Fünf-Prozent-Hürde, die für einen Einzug ins Parlament benötigt wird, liegen derzeit die Regierungsparteien der Linksdemokraten (SDL) mit 3,8 Prozent und die Partei der bürgerlichen Eintracht (SOP) mit 1,1 Prozent. Die Kommunisten (KSS) erreichten 2,7 Prozent.

Die Meinungsumfrage bestätigte eine langfristige Tendenz: Sinkende Unterstützung der Regierungsparteien in allgemeinen und der mitregierenden Linksparteien (SDL, SOP) im Besonderen. Die sinkende Unterstützung veranlaßte die Linksdemokraten zur Abberufung von Finanzministerin Brigita Schmögnerova. Die SDL-Führung ist der Meinung, dass gerade ihre Finanzpolitik zu einem erheblichen Popularitätsverlust der SDL geführt habe. (APA)

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