Nach Explosion in Nigeria ...

29. Jänner 2002, 13:24
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Bis zu 2.000 Tote in Lagos befürchtet - Präsident Obasanjo beklagt "monumentale Tragödie"

Zwei Tage nach der verheerenden Explosionskatastrophe in Lagos befürchten Beobachter bis zu 2.000 Todesopfer. Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo sprach am Dienstag von einer "monumentalen Tragödie" und sagte, unter den Opfern seien zahlreiche Frauen und Kinder. Die meisten Menschen ertranken auf der Flucht vor der Explosion eines Munitionsdepots in einem Kanal. Während Obasanjo von 600 geborgenen Leichen sprach, berichtete die Zeitung "Vanguard" von 2.000 Toten.

"Monumentale Tragödie"

"Was in Lagos geschehen ist, war eine monumentale Tragödie und eine nationale Katastrophe", sagte Obasanjo in einer Rundfunkansprache. Freiwillige Rettungskräfte berichteten von hunderten geborgenen Leichen allein aus einem kleinen Teil des Oke-Afa-Kanals. Bei der panischen Flucht nach der Explosionsserie am Sonntagabend wurden zahlreiche Kinder von ihren Eltern getrennt. Einige von ihnen fanden bei der Polizei vorübergehend Unterschlupf, die Behörden bemühen sich, die Familien wieder zusammenzuführen.

Explosion war Unfall

Das Rote Kreuz richtete nach Angaben eines Sprechers zwei Flüchtlingslager ein, in denen die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser und Decken versorgt werden. Rund 800 Obdachlose seien bereits registriert worden. In dem Lager hielten sich dem Sprecher zufolge allein 300 Kinder auf, die ihre Eltern suchten.

Nach Darstellung der Streitkräfte waren die Explosionen Folge eines Unfalls. In dem alten Munitionsdepot seien großkalibrige Artilleriegeschosse gelagert worden, sagte Brigadegeneral John Anda. Militärsprecher Felix Chukwumah erklärte, ein Feuer habe auf das Munitionslager übergegriffen. Der Gouverneur von Lagos, Bola Ahmed Tinubu, warf den Streitkräften Nachlässigkeit bei der Lagerung von Waffen vor. (APA)

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