Frühlingswetter verleitet zu Reaktionsfehlern

29. Jänner 2002, 15:22
posten

60 Prozent der Österreicher leiden unter Wetterfühligkeit - Besonders aggressive Reaktionen von Lenkern

Wien - Die frühlingshaften Temperaturen bereiten nicht nur Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und Müdigkeit. Im Straßenverkehr bringen sie außergewöhnliche Belastungen, warnte der ARBÖ am Dienstag in einer Aussendung. Die Folge: In dem Maß wie die persönliche Leistungsfähigkeit abnimmt, steige die Aggressivität, so der Verkehrsmediziner des Clubs, Prim. Dr. Josef Nagler.

Bei ungewöhnlich warmen Wetter ließen sich besonders aggressive Reaktionen von Lenkern beobachten, berichtete der ARBÖ. Schnelles Fahren lässt Pulsfrequenz und Blutdruck zusätzlich ansteigen. Zusammen mit der Wetterfühligkeit entstehe eine gefährliche Kombination. Eine defensive Fahrweise sei derzeit oberstes Gebot.

Kopfdruck, innere Unruhe, Kreislaufstörungen,...

Gereiztheit und Konzentrationsschwäche sind laut Nagler die häufigsten Symptome der Wetterfühligkeit. Rund 60 Prozent der Österreicher seien zumindest zeitweise durch das Wetter beeinträchtigt. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit hätten Einfluss auf den Wärmehaushalt und die Flüssigkeitsbilanz des Körpers. Von Bedeutung sind auch die elektromagnetischen Strahlen, die bei bestimmten Wettervorgängen auf das Gehirn wirken.

Der ARBÖ riet, während ausgedehnter Autofahrten längere Pausen einzuplanen. Vorsicht sei bei Präparaten gegen Wetterfühligkeit geboten. Nagler: "Meist sind dies Kombinationen aus Schmerzmittel und Vitaminpräparaten, die fallweise mit Koffein angereichert sind. Auf Grund der Nebenwirkungen sind diese Präparate allerdings für Fahrzeuglenker nicht zu empfehlen." Besser sei, mit regelmäßigem Sport und vitaminreicher Ernährung die physische Widerstandskraft zu steigern.

Um Reaktionsfehler oder Konzentrationsschwächen möglichst gering zuhalten, sollte regelmäßig gelüftet werden. Wer wenig und 'leicht' isst, braucht auch weniger Blut für die Verdauungsarbeit - die anderen Organe werden mit mehr Sauerstoff versorgt, so Nagler. " so Prof. Nagler weiter. Dazu sollten täglich zwei bis drei Liter Mineralwasser, Limonaden, Fruchtsäfte oder Tee getrunken werden.

Wer einen grippalen Infekt erwischt hat, sollte sich nicht mit Medikamenten voll gepumpt hinter das Lenkrad warnte der ARBÖ. Besser sei, sich auszukurieren und dem Körper die Chance zu geben, mit den Viren fertig zu werden. (APA)

Share if you care.