Umweltbelastung der Arktis belastet Menschen und Tiere

29. Jänner 2002, 11:31
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Pestizide und Umweltgifte wirken sich besonders bei Neugeborenen aus

Tromsö - Die von weiten Teilen der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Umweltbelastung der Arktis nimmt, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, immer dramatischere Formen an. Noch immer gilt der frostige Norden als sauber, was Luft, Wasser und Nahrung betrifft. Tatsächlich aber entfalten gerade hier die bekannten Umweltchemikalien wie Dioxine, Polychlorierte Biphenyle (PCB), DDT und andere Pestizide vor allem bei Neugeborenen ihre Wirkung besonders stark. Die Babys kanadischer Inuit (Eskimos) litten überdurchschnittlich stark an Atemwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen, hat Fredric Dallaire von der Public Health Research Unit der kanadischen Laval University diese Woche an einer Fachtagung über Umweltgifte in Tromsö im Norden Norwegens berichtet.

Auch in Sibirien, sind die Kleinsten besonders betroffen. In der Stadt Tromsö hat sich das Geburtsgewicht von Neugeborenen gegenüber dem Durchschnitt deutlich reduziert, wenn die Mütter stark mit PCB belastet seien. In Grönland ist beispielsweise die Osteoporose bei Frauen doppelt so häufig wie bei kanadischen Frauen. Während die Kleinkinder die giftigen Substanzen in erster Linie mit der Muttermilch aufnehmen, ist bei den Erwachsenen die Quelle meist das Fleisch von Robben, Walen oder Eisbären.

Die Substanzen schädigen den tierischen und den menschlichen Körper, indem sie beispielsweise die Immunabwehr herabsetzen oder in die Wirkungskette von Hormonen eingreifen und den Fortpflanzungszyklus beeinflussen. Auf Spitzbergen wurde bei Eisbären bereits zweigeschlechtlicher Nachwuchs beobachtet. (red)

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