Müllgebühren sollen auch teurer werden

29. Jänner 2002, 13:50
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"Öffis": Preiserhöhung für Juni geplant

Wien - Langsam nehmen die geplanten Gebühren- und Tariferhöhungen Kontur an: Die Erhöhung bei den Wiener Linien werde vermutlich in Summe "knapp unter zehn Prozent" ausmachen und könnte bereits am 1. Juni wirksam werden, kündigte Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) am Montag an. Außerdem werde seines Wissens nur eine weitere Erhöhung "ernsthaft diskutiert": im Bereich der Müllgebühren.

"Da die Müllgebühren das letzte Mal 1995 angehoben wurden, ist es relativ realistisch, dass es etwas geben wird", heißt es dazu im Büro der zuständigen Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP). "Aber es gibt hier noch nichts Hundertprozentiges." Derzeit werde eine Effizienzstudie zur MA 48 (Abfallwirtschaft) erstellt; erst wenn das Ergebnis vorliegt, sollen Gebührenanpassungen diskutiert werden. Vermutlich Ende Februar.

Was die "Bim"-Tarife betrifft, nannte Rieder am Montag einen zweiten Eckpfeiler: Die Wiener Linien wünschen, dass der Preis für die Jahresnetzkarte von derzeit 377,90 auf 400 Euro (von 5200 auf 5504,12 Schilling) angehoben wird - also um 5,8 Prozent. In der Vorwoche hatte Wiener-Linien-Direktor Günther Grois den angepeilten Preis für den Einzelfahrschein bekannt gegeben: Der soll künftig 1,50 statt 1,30 Euro kosten - ein Plus von 15,4 Prozent.

Diese Vorschläge der Wiener Linien müssen erst vom Aufsichtsrat abgesegnet werden - wobei Rieder auch gleich Zusatzwünsche ankündigte. So sollen Zeitkarten künftig auch beim Automaten verkauft werden - und dort billiger sein. Weiters sollen künftig auch die Nachtautobusse für Zeitkartenbesitzer ohne zusätzlichen Fahrschein benützt werden können.

Höhere Kostendeckung

Diese Anpassungen seien notwendig, um den Kostendeckungsgrad bei den Wiener Linien von derzeit 48 auf über 50 Prozent zu bringen. Langfristiges Ziel seien 60 Prozent: "Wir können nicht akzeptieren, dass jede Qualitätsverbesserung vom Steuerzahler getragen wird statt vom Benutzer", so Rieder. Es gebe also "keine Belastungslawine", die "Hysterie" der Opposition sei "außer jeder Relation", ist Rieder überzeugt. Für den Wiener FP-Chef Hilmar Kabas ist es trotzdem "eine unglaublich hohe und völlig ungerechtfertigte Verteuerungslawine". VP-Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl lehnt die Tariferhöhung "rundweg ab". (frei/DER STANDARD, Print, 29.1.2002)

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