Die Transformation der NPO

31. Jänner 2002, 11:18
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Von der Subvention zum Leistungsvertrag: Leere Staatskassen fordern Manager von Nonprofit-Organisationen.

Ein von der Oesterreichischen Nationalbank gefördertes Forschungsprojekt untersucht zwölf Nonprofit-Organisationen aus dem sozialen und kulturellen Bereich und deren sich verändernde Beziehungen zu ihren öffentlichen Geldgebern. - Das Augenmerk gilt speziell den Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Arbeit innerhalb der Organisationen in Bezug auf Steuerungsmedien, Umweltwahrnehmung, Qualität und Strategie, Entscheidungsstrukturen und Personalmanagement.

"In den Beziehungen und in der Zusammenarbeit zwischen Nonprofit-Organisationen und öffentlichen Verwaltungen sind in Österreich markante Veränderungen zu beobachten", konstatiert Univ.-Prof. Alfred Zauner von der WU Wien. Umfassende finanzpolitische Restriktionen der öffentlichen Hand würden mit leeren Kassen und Sparprogrammen argumentiert. Die Finanzierung der von NPOs erbrachten gesellschaftlichen Leistungen werde zunehmend prekär, so der Leiter des Forschungsprojekts. Eine theoretische Legitimation erhalte diese Entwicklung durch die Diskussion zur gesellschaftlichen Verantwortung des öffentlichen und des NPO-Sektors. Sparsamkeit und Effizienz öffentlicher Mittelverwendung hätten erhebliche Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen NPO und öffentlicher Hand.

Viele NPO hätten derzeit die Transformation vom in seinen Aktivitäten weitgehend freien Subventionsempfänger zum vertraglich gebundenen Dienstleister zu vollziehen. Zauner: "Das Resultat sind oft widersprüchliche Forderungen, die zu wechselseitigen Fehleinschätzungen führen."

Zum einen werde von NPO verstärkt Eigeninitiative gefordert, zum anderen unterbänden enge Ausschreibungen jeglichen Spielraum. Im Rahmen einer Zivilgesellschaft werde zwar die Beteiligung der Ehrenamtlichen hoch gelobt. Durch die Einklagbarkeit von Verträgen und die Vorgabe strikter Kriterien könne der Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiter aber zum Stolperstein geraten. Und letztlich sollten NPO zwar wie professionelle Unternehmen agieren, seien aber weiterhin mit der Tradition der Bevormundung und Detailkontrolle konfrontiert.

DER STANDARD ist Medienpartner des 3. NPO-Tags der WU Wien zum Thema "Falsch verbunden? - Kooperationsformen zwischen Nonprofit-Organisationen und öffentlichem Sektor" am 8. April 2002. (Der Standard, Print-Ausgabe)

Weitere Informationen erhalten Sie beim NPO-Institut: fon:(01) 313 36-5039 E-Mail: susanne.praschak@wu-wien.ac.at

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