Arnie darf weiter "Mix Power" anbieten

28. Jänner 2002, 19:16
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Einstweilige Verfügung gegen e.on-Werbung aufgehoben

Der deutsche Energiekonzern e.on kann seine umstrittene "MixPower"-Werbung fortsetzen. Das Hamburger Landgericht hob nach einer mündlichen Verhandlung eine einstweilige Verfügung gegen den Werbeauftritt des Energieversorgers auf.

Wie das Gericht am Montag mitteilte, kann das Unternehmen seine Werbekampagne mit Arnold Schwarzenegger und Oliver Kahn in der bestehenden Form weiterführen. Die Hamburger Klägerfirma Hansestrom müsse zugleich sämtliche Kosten des Verfahrens tragen.

Irreführung der Verbraucher

Der Hamburger Stromanbieter Hansestrom hatte gegen die Kampagne geklagt, weil diese seiner Ansicht nach die Verbraucher irreführe. In Werbespots mit Arnold Schwarzenegger oder Oliver Kahn wirbt E.ON Energie damit, dass Kunden bei dem Produkt "MixPower" mitbestimmen könnten, ob Strom aus Wasser, Wind, Sonne, Biogas, Kernenergie oder Kohle gewonnen wird.

Das Hamburger Landgericht hatte Anfang Dezember wesentliche Teile der Kampagen in einer einstweiligen Verfügung wegen möglicher Irreführung verboten. e.on hätte demnach nicht mehr damit werben dürfen, dass der Kunde mit MixPower die freie Wahl über die Energiequellen seines Stroms hat. Die Streitparteien vereinbarten jedoch, dass die umstrittene Kampagne zunächst fortgeführt werden konnte.

Zerstrittene Inhaber

Nach den Vergleichsgesprächen mit e.on zerstritten sich zudem die beiden Inhaber der Klägerfirma Hansestrom. Während der Vertreter der finnischen Hansestrom-Mutter den Schulterschluss mit E.ON übte, war der Hamburger Rechtsanwalt Andreas Grigoleit, der ebenfalls 50 Prozent an Hansestrom hält, gegen eine Einigung. Seiner Ansicht nach habe die Werbung von E.ON, die Verbraucher könnten ihren Strom aus Sonne, Kohle, Wind, Biogas oder Wasser zusammenstellen, "mit der Realität im Stromgeschäft rein gar nichts zu tun", begründete er die Klage.

e.on bereitet mit der österreichischen Verbundgesellschaft gerade ein umfassendes Joint-Venture vor: Mitte Jänner hatte die EU-Kommission für die Wasserkraft-Ehe des deutschen Energiekonzerns und dem Verbund grünes Licht gegeben. Beide Konzerne legen den überwiegenden Teil ihrer Wasserkraftwerke in der künftigen EHP (European Hydro Power) zusammen, der Verbund wird die Mehrheit an EHP halten. E.ON ist der zweitgrößte deutsche Energiekonzern, Verbund der größte österreichische Stromerzeuger. (APA/Reuters)

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