AT&S-Finanzchef dürfte Insiderverfahren nicht erspart bleiben

28. Jänner 2002, 17:19
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Aktienverkauf vor Umsatzwarnung im Visier der deutschen Börsenaufseher

Frankfurt - Dem Finanzchef des am Frankfurter Neuen Markts notierten steirischen Leiterplattenherstellers AT&S, Harald Sommerer, dürfte ein Insiderverfahren durch das deutsche Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe) nicht erspart bleiben. "Ich gehe schwer davon aus, dass wir eine Insideruntersuchung einleiten werden", sagte eine BaWe-Sprecherin am Montag. Endgültig entschieden werde dies voraussichtlich am 8./9. Februar.

Sommerer, Schwiegersohn von AT&S-Großaktionär Hannes Androsch, hatte - laut einer Veröffentlichung der Deutschen Börse im Internet - am 3. Jänner 2002 - wenige Tage vor Bekanntgabe einer drastischen Umsatzwarnung (8. Jänner), die den Aktienkurs bei AT&S dramatisch abstürzen ließ - insgesamt 4.000 seiner rund 170.000 AT&S-Aktien verkauft.

"Klärungsbedürftiger Sachverhalt"

Die deutsche Börsenaufsicht hatte unmittelbar danach von einem "klärungsbedürftigen Sachverhalt" gesprochen und eine Voruntersuchung eingeleitet, um das Marktgeschehen (Kurs- und Umsatzentwicklung) im fraglichen Zeitraum unter die Lupe zu nehmen. Eine Analyse des Aktienhandels, die der "rein internen Betrachtung" diene, sei nun fertig gestellt, sagte die BaWe-Sprecherin am Montag Nachmittag. Sie erklärte weiter, dass sich nun wesentliche Details zum "Entstehen der Insidertatsache (wer von ihr wusste und vor allem wann)" erst in einem "förmlichen Insiderverfahren" feststellen ließen. Erst in einem Insiderverfahren könnten die Umstände mit dem Unternehmen direkt abgeklärt werden. (APA)

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