Jährlich zwei Millionen Tote durch Lebensmittel

28. Jänner 2002, 16:08
posten

Weltkonferenz berät über Lebensmittelsicherheit

Genf/Marrakesch - Mehr als zwei Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an Krankheiten, die durch verunreinigte Lebensmittel oder unsauberes Wasser hervorgerufen werden. Viele Länder meldeten einen beträchtlichen Anstieg solcher Erkrankungen, sagte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brundtland, am Montag in der marokkanischen Stadt Marrakesch, wo die WHO gemeinsam mit der Welternährungsorganisation FAO die erste Weltkonferenz zur Lebensmittelsicherheit ausrichtet.

BSE-Krise und ähnliches

Rund 300 LebensmittelexpertInnen aus 120 Ländern wollen bis kommenden Mittwoch nach Wegen suchen, wie die Lebensmittelsicherheit in allen Stufen der Nahrungsmittelkette gewahrt bleibt und Sicherheitsvorschriften harmonisiert werden können. Schwerpunkte sind unter anderem der Umgang mit Ausnahmesituationen wie der Krise durch den Rinderwahn BSE. Dazu zählt auch die Vorbereitung auf neue Risiken wie arzneiresistente Salmonellen. Diskutiert wird auch über mögliche Gefahren und Vorteile von Bestrahlungen, Gentechnik und anderen neuen Techniken.

Industrieländer: Jede/r dritte erkrankt

In den Industrieländern wird Statistiken zufolge inzwischen fast jeder dritte Einwohner ein Mal im Jahr durch Lebensmittel krank. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass die wirkliche Zahl dieser Erkrankungen aber noch rund 300 bis 350 Mal höher ist als die der gemeldeten Fälle. Im Zuge der BSE-Krise sind nach Angaben der WHO 119 Fälle der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) aufgetreten.

Krankheits-Auslöser

Als Gründe für den weltweiten Anstieg der durch Lebensmittel ausgelösten Krankheiten nennt die WHO insbesondere neue Produktionsverfahren, Essgewohnheiten, intensivere Tierhaltung sowie Vorlieben der KonsumentInnen. Im Zuge eines veränderten Lebensstils esse beispielsweise eine große Zahl von Menschen in Restaurants und Kantinen oder kaufe im Schnellimbiss oder bei Straßenverkäufern ein. Dieser Wandel gehe in vielen Ländern aber nicht mit effektiven Lebensmittelkontrollen und entsprechender Ausbildung einher. (APA/dpa)

Share if you care.