Nach jahrelangem Gerangel ...

28. Jänner 2002, 14:35
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Pharao Echnatons Goldsarg hat nun seinen Ehrenplatz daheim in Ägypten

Kairo - Nach fast 90 Jahren kann der komplette Goldsarg des Pharaos Echnaton seit Sonntag auf einem Ehrenplatz im Erdgeschoss des Ägyptischen Museums in Kairo bewundert werden. Der untere Teil des Sarges war nach jahrelangem Tauziehen zwischen Bayern und Ägypten am Freitag aus Deutschland zurück ins Land der Pharaonen gebracht worden.

Der obere Teil hatte sich stets in Ägypten befunden. Die Sargwanne galt dagegen seit 1931 als vermisst. Sie tauchte Anfang der 80er Jahre in München auf. Damals hatte sie ein Schweizer Privatsammler dem ehemaligen Direktor des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst zur Restaurierung anvertraut. Wer sie einst nach Europa gebracht hatte, ist bis heute unklar.

Der Fund

Fest steht nur, dass die Sargwanne 1907 im Grab 55 im Tal der Könige entdeckt worden war. Darüber, ob darin wirklich einst die Mumie des Echnaton (ca. 1340-1324 v. Chr.) gelegen hat, sind sich die Experten aber bis heute uneins. Einige von ihnen vermuten, dass der "Ketzerpharao" im Königsgrab von Amarna bestattet wurde.

Prof. Dietrich Wildung vom Ägyptischen Museum in Berlin ist sich sicher, dass in der Sargwanne, die nun in Kairo wieder mit dem oberen Teil vereint wurde, einst die Mumie des Echnaton lag, der die Glaubenswelt des alten Ägyptens einst durch die Einführung des Monotheismus auf den Kopf gestellt hatte. Bei der Restaurierung der Sargwanne sei eine Inschrift mit einer Bezeichnung zum Vorschein gekommen, die nur für Echnaton üblich gewesen sei, sagte Wildung am Sonntag in Kairo.

Unstimmigkeiten

Experten hatten in Deutschland fast drei Jahre gebraucht, um aus den Fragmenten wieder den Sarg originalgetreu herzustellen. Nach Unstimmigkeiten über die Rückführung sagte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber Ägypten im Mai 2001 zu, das Sargteil ohne Gegenleistung zurückzugeben.

Vor der Reise in die Heimat war der Sarg am Sonntag zum letzten Mal in einer Ausstellung im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München zu sehen gewesen. Für die Ausstellung hatte Ägypten das Oberteil des Sarges aus dem Ägyptischen Museum in Kairo zur Verfügung gestellt. (APA/dpa)

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